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Montag 26. April 2010, 10:34 Uhr
Mehrjährige Haft für Messerstich gegen Prostituierte

Wegen einer lebensgefährlichen Messerattacke auf eine Prostituierte muss ein 24-jähriger Mann für mehrere Jahre in Haft.

Neubrandenburg (dpa/mv) - Das Landgericht Neubrandenburg verurteilte ihn am Montag wegen versuchten Mordes zu sechseinhalb Jahren Gefängnis.

Der Vorfall hatte sich im Juni 2008 in Waren ereignet. Das Opfer, eine jetzt 27 Jahre alte Bulgarin, hatte den Angriff nur durch eine Notoperation überlebt. Der Verurteilte hatte die Tat bei der Polizei zugegeben, vor Gericht allerdings versucht, das Geschehen als Unfall darzustellen. Dem schenkten die Richter aber keinen Glauben. Mit dem Urteil folgte das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung wertete den Vorfall nicht als versuchten Mord, unterließ es aber in ihrem Plädoyer, ein Strafmaß anzugeben.

Die Frau hatte als Zeugin ausgesagt und den Angeklagten als Täter identifiziert: „Er ist es“, sagte sie. Nach eigenen Angaben leidet sie bis heute an den Folgen der Verletzungen. Sie habe „mehrere Schutzengel“ gehabt, erklärte ein gerichtsmedizinischer Gutachter vor Gericht.

Der Mann lebte 2008 in Waren und arbeitete seinerzeit als Reinigungskraft. Obwohl er eine schwangere Freundin hatte, besuchte er die Prostituierte. „Dabei hat sie mich Schlappschwanz genannt und rausgeworfen, bevor die bezahlten 30 Minuten um waren“, sagte er vor Gericht. Für die Beleidigung habe er sich rächen wollen, erklärte er zum Motiv der Tat.

Nach Überzeugung des Gerichts handelte der Mann „vorsätzlich“. So habe er aus seiner Wohnung ein langes Küchenmesser und Gummihandschuhe mitgenommen. Nach dem Klingeln sei er mit der Frau in den „Arbeitsraum“ gegangen und habe sie dort mit dem Messer bedroht. Als sich die Prostituierte wehrte und schrie, habe jemand versucht, in das verschlossene Zimmer zu gelangen. In diesem Moment habe der Verurteilte zugestochen und sei danach geflohen.

Der zuletzt arbeitslose Mann stammt aus Dargun (Kreis Demmin). Der Fall sorgte über Mecklenburg-Vorpommern hinaus für Aufsehen, da in mehreren TV-Sendungen Hinweise zum Täter erbeten worden waren. Gen- Tests brachten die Ermittler schließlich auf die Spur des Mannes, der im Herbst 2009 in Berlin festgenommen wurde.

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(Quelle: ostsee-zeitung.de)

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