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Freitag 2. April 2010, 20:23 Uhr
Anklage wegen Zuhälterei und schwerem Menschenhandel
VILLINGEN-SCHWENNINGEN - Die Staatsanwaltschaft Konstanz hat beim Landgericht Konstanz gegen fünf Personen, einen 27-jährigen, einen 36-jährigen und einen 37-Jährigen jeweils aus dem Raum Villingen-Schwenningen, einen 32-Jährigen aus Trossingen und einen 20-jährigen aus Geisingen Anklage wegen Zuhälterei und banden- und gewerbsmäßig begangenem Menschenhandel sowie weiteren Delikten erhoben.
Den Angeschuldigten wird zur Last gelegt, im Zeitraum September 2002 bis zu ihrer Festnahme am 22.06.2009 im gesamten süddeutschen Raum, insbesondere in zwei Bordellbetrieben in Villingen-Schwenningen, insgesamt 34 Frauen verschiedener Nationalitäten, darunter auch mehrere Frauen unter 21 Jahren, der Prostitution zugeführt zu haben.
Die Frauen seien systematisch ausgebeutet worden, indem sie ihre sämtlichen Einnahmen an die angeklagten Zuhälter hätten abgeben müssen. Sie seien permanent überwacht und kontrolliert worden. Auch Drohungen und körperliche Gewalt sei eingesetzt worden, um so letztlich jeden selbstbestimmten Willen der Frauen zu brechen. Die Umstände der Prostitutionsausübung seien den Frauen einseitig vorgegeben worden.
Bei den Angeschuldigten handle es sich um eine streng hierarchisch organisierte Gruppierung, die Teil einer überregional organisierten Türstehervereinigung gewesen sei. Die Angeschuldigten hätten eng zusammengearbeitet und zusammen gewirtschaftet.
Zwei der Angeschuldigten befinden sich derzeit noch in Untersuchungshaft. Die Haftbefehle der drei weiteren Angeschuldigten sind zwischenzeitlich außer Vollzug gesetzt worden. Ein Termin zur Hauptverhandlung vor dem Landgericht Konstanz steht noch nicht fest. Zwei weitere Beschuldigte sind untergetaucht und werden international mit Haftbefehl gesucht.
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(Quelle: nrwz.de)
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