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Mittwoch 13. Januar 2010, 13:40 Uhr
"Rote Karte für das Rotlichtviertel"
BORDELL Immer mehr Idsteiner machen in der IZ Front gegen
das Projekt / CDU-Kritik am Magistrat
Immer mehr Idsteiner machen ihrem großen Unmut über
das Bordell-Projekt in Luft: "Als wir erstmalig von den
Plänen zur Errichtung eines Bordells in der Nähe
unseres Wohnviertels hören, glaubten wir an einen missratenen
Scherz. Aber die Stadt meint es ernst - des Geldes wegen.
Weil es zum Abriss einer Immobilie an finanziellen Mitteln
fehlt, holen wir uns Prostitution und Zuhälterei in die
Stadt. Während der Rest der Republik als Lehre einer
uferlosen Geldgier über Ehren- und Verhaltenskodex, über
Wertesysteme und über den Verlust von Anständigkeit
debattiert, fallen in Idstein alle bisher geltenden Schranken",
meinen diese Bewohner aus dem Theodor-Fliedner-Straße
auf dem Idsteiner Gänsberg. Und: "Hauptsache das
Geld stimmt. Und damit es verträglicher erscheint, setzt
man noch ein Edel vor den Begriff des Schandflecks. Nichts
hierbei ist edel. Wir machen nicht mit: Rote Karte für
das Rotlichtviertel!"
"Wir sind vor zwei Jahren nach Idstein gezogen, weil
es für uns und unsere Kinder mit Abstand die schönste
Stadt in der Region ist. Als wir vor kurzem erfahren haben,
dass der Magistrat sein Einvernehmen für die Umfunktionierung
der Lore-Bauer-Halle in ein Edelbordell gegeben hat, waren
wir schockiert. Es ist eine Subkultur, die nicht ins Zentrum
gehört - und schon gar nicht in eine so kleine und beschauliche
Stadt", wehren sich diese Bewohner aus der Lanaer Straße
am Gänsberg.
"Als Hauseigentümer des Gänsberges sind wir
besonders betroffen. Der Gedanke, dass unsere Kinder auf dem
Weg zu Schule an einer solchen Einrichtung vorbei müssen,
ekelt mich an. Ganz zu schweigen vom Wertverfall der Immobilien."
"Es ist gut, dass die Bürger sich gegen das geplante
Bordell organisieren", kommentiert der CDU-Fraktionsvorsitzende
Thomas Zarda die Gründung einer Bürgerinitiative.
Er sei enttäuscht darüber, dass Magistrat und Bürgermeister
eine so wichtige Entscheidung ohne Rücksprache mit den
Fraktionen im Stadtparlament "am liebsten heimlich, still
und leise und sang- und klanglos" durchgewinkt habe.
"Das war der Grund, warum ich die Sache für meine
Fraktion an die Öffentlichkeit gezogen habe."
Seiner Ansicht nach hätte eine so wichtige Entscheidung
ohne Schaden vertagt werden können, um im Parlament und
in der Öffentlichkeit abzuwägen, ob Idstein wirklich
ein Bordell haben soll. Seine Absicht, so der CDU-Fraktionsvorsitzende,
sei nun, in der kommenden Fraktionssitzung einen Beschluss
herbeizuführen, einen Antrag auf Rücknahme des Einvernehmens
in der Stadtverordnetenversammlung zu stellen.
"Der Magistrat sollte dem Kreis gegenüber eine
solche mögliche Rücknahme ankündigen, damit
nicht vollendete Tatsachen geschaffen werden." Inwieweit
eine Sperrgebietsverordnung für Idstein oder die Aufstellung
eines Bebauungsplanes in Betracht kämen, solle jetzt
ebenfalls geprüft werden. Er sei, so Zarda, jedenfalls
enttäuscht über die Aussage des Bürgermeisters,
dass alles - auch ein Bordell - besser sei, als der jetzige
Zustand. "Umgekehrt wird da ein Schuh daraus: fast alles
ist besser als ein Bordell."
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(Quelle: wiesbadener-tagblatt.de)
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