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Donnerstag 26. November 2009, 16:13 Uhr
Ausstellung in der Citykirche
zeigt die Opfer von Prostitution
Aachen. 500.000 Frauen werden nach Erkenntnissen der Europäischen
Union jährlich nach Europa gebracht und hier als Prostituierte
oder billige Arbeitskräfte ausgebeutet. 70 Prozent der
Zwangsprostituierten in Deutschland stammen aus Regionen des
ehemaligen Ostblocks. Die meisten von ihnen kamen mit großen
Hoffnungen und im Glauben, ein besseres Leben zu finden.
Stattdessen werden sie zu Opfern von Menschenhändlern,
die sie zur Prostitution zwingen. Die Frauen werden gedemütigt
und eingeschüchtert.
In der Citykirche St. Nikolaus in der Großkölnstraße
ist bis Sonntag die Wanderausstellung «Ohne Glanz und
Glamour - Prostitution und Frauenhandel im Zeichen der Globalisierung»
zu sehen. Die Bilder zeugen von Armut, Hilflosigkeit und Gewalt
und bewegen viele Besucher, ihre Eindrücke im Gästebuch
zu notieren: «Solange es Armut in bestimmten Ländern
gibt, wird auch der Frauenhandel weitergehen.» Oder:
«Was für eine erschütternde Ausstellung. Kein
Mensch auf der Welt sollte zu so etwas gezwungen werden.»
Der Fachausschuss gegen häusliche Gewalt des Frauennetzwerks
hat die Wanderausstellung von Terre de Femmes nach Aachen
geholt. Auf 26 Tafeln informiert sie mit Texten und Bildern
über Ausmaße, Hintergründe und Akteure des
Geschäfts mit Frauen, will aber gleichzeitig auch Auswege
und Perspektiven aufzeigen.
Gerade eine Stadt wie Aachen sei wegen ihrer geografischen
Lage beliebter «Umschlagsort» für Zwangsprostituierte,
meint Loni Finken vom Gleichstellungsbüro der Stadt Aachen.
Und nicht weit entfernt von der Citykirche liegt schließlich
auch die Antoniusstraße, Aachens Bordellmeile.
In Aachen müsse es eine Anlaufstelle für Prostituierte
geben, meint der Fachausschuss. Die Frauen sollten Unterstützung
beim Ausstieg aus der Prostitution und niederschwellige Hilfen
finden. Laut Sylvia Reinders, Opferschutzbeauftragte der Polizei,
wird es aber immer schwieriger, den Prostituierten wirksam
zu helfen. Die Frauen lebten in ständiger Angst, die
es ihnen unmöglich mache, gegen die Menschenhändler
auszusagen. «Und solange sie sagen, dass sie sich freiwillig
prostituieren, können wir nicht eingreifen», sagt
Reinders.
Die Ausstellung kann noch bis Sonntag, 29. November, in der
City-Kirche besucht werden.
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(Quelle: an-online.de)
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