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Mittwoch 4. November 2009, 19:57 Uhr
Pläne für Großbordell:
Kommt ein „Freuden-Hochhaus“ nach Ramersdorf?
München - Ein Bürogebäude in Ramersdorf soll
zu einem Groß-Bordell umgebaut werden. Geplant sind
89 Einzelräume auf sieben Stockwerken. Ins Erdgeschoss
des Gebäudes an der Aschauer Straße 21 ist bereits
ein Spielcasino eingezogen.
Als „Bordellfabrik“ bezeichnete der Bezirksausschuss
Ramersdorf-Perlach (BA) das Projekt. Das Vorhaben passe schon
aufgrund seiner extremen Dimension weder ins Stadtviertel
noch in die nähere Umgebung, sagte Bauausschuss-Sprecher
Wolfgang Thalmeir. Er befürchtet einen schlechten Ruf
für Ramersdorf. „Ein Leuchtturm-Projekt im negativen
Sinn.“ Fraglich sei, ob 89 Einzelzimmer auch 89 Prostituierte
bedeuten würden. Handle es sich um einen „24-Stunden-Rollierbetrieb“,
komme „deutlich mehr Verkehr, im doppelten Sinn“,
merkte Frauenbeauftragte Hiltrud Broschei (SPD) an. Das „Freuden-Hochhaus“
würde die weitere Entwicklung des Standortes erheblich
blockieren, sagte der CSU-Landtagsabgeordnete Markus Blume.
Dem BA war zeitgleich der Antrag auf eine private Kinderkrippe
mit 48 Plätzen in unmittelbarer Nachbarschaft an der
Aschauer Straße 30 zugegangen. Zudem befürchtet
man, der geplante Großbetrieb könnte andere einschlägige
Firmen nachziehen. Auch die Firma Hamabau, Eigentümerin
des Büro- und Gewerbeparks „criterion“ an
der Aschauer Straße, ist nicht begeistert vom gegenüber
geplanten horizontalen Gewerbe. „Das Gebiet ist vom
Wirtschaftsreferat für höherwertiges Gewerbe vorgesehen“,
erklärte Reinhold Maier von „Hamabau“. Deshalb
haben sich hier mehrere namhafte Münchner Betriebe aus
dem IT-Sektor mit insgesamt 1200 Mitarbeitern eingemietet.
Das geplante Bordell stehe außerdem „dem Kindeswohl
entgegen“, meint Maier mit Blick auf die bereits genehmigte
Kinderkrippe im Gewerbepark. „Wir werden hier unser
Veto einlegen.“
Der Stadtbezirk sei im nahen Gewerbegebiet Perlach bereits
mit Bordellbetrieben „versorgt“, fanden die BA-Mitglieder
und forderten die Lokalbaukommission (LBK) auf, die Nutzungsänderung
unbedingt zu verweigern. „Wir sind nicht dagegen“,
betonte Grünen-Sprecher Guido Bucholtz. „Das ist
ein ganz normaler Gewerbebetrieb, Prostitution ist schließlich
ein anerkannter Beruf.“ Ob die Ablehnung aus dem Stadtbezirk
viel wiegt, ist fraglich. Der BA hat lediglich ein Anhörungsrecht.
„Noch ist nichts genehmigt“, beruhigt Planungsreferatssprecher
Thorsten Vogel. In einem Kerngebiet wie der Aschauer Straße
sei ein Bordell zwar grundsätzlich möglich, hänge
jedoch von einer Einzelfallprüfung ab. Vogel bestätigte,
dass es sich um ein „sehr großes Bordell“
handle. Der Antrag stamme nicht vom selben Investor, dessen
Pläne für ein Großbordell in Freimann abgeschmettert
wurden. „Zumindest ist es eine andere GmbH mit anderem
Namen und Adresse.“
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(Quelle: merkur-online.de)
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