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Dienstag 3. November 2009, 18:54 Uhr
Polizei hebt Rocker-Waffenlager aus: "Damit hätte man in den Krieg ziehen können"

Flensburg/Kiel – Der Rockerkrieg in Schleswig-Holstein droht weiter zu eskalieren. Jetzt haben Beamte des Landeskriminalamts (LKA) bei ihren Ermittlungen gegen Mitglieder der „Hells Angels“ in einer Flensburger Autowerkstatt ein Waffenlager ausgehoben.

Zum ersten Mal wurden auch automatische Waffen und Sprengstoff gefunden. Die Waffen waren einsatzbereit. Im LKA ist man aufs Höchste alarmiert. Chef-Ermittler Jürgen Sievers: „Man hätte jederzeit mit ihnen in den Krieg ziehen können.“ Erste Politiker fordern ein Verbot der Rockerbanden im Land.

„Wir sehen einen klaren Bezug zur Rockerszene“, sagte Sievers gestern in Kiel. Detlev Zawadzki, Chef der Soko „Rocker“, spricht vom landesweit größten Waffenfund im Rockermilieu. Schon seit Tagen hatten seine Beamten die Werkstatt im Visier – die „Hells Angels“ zählten zu den Kunden. Man sei daher sicher gewesen: Irgendetwas wird dort zu finden sein.

Als die Ermittler am Montag Nachmittag zuschlugen, waren sie dennoch geschockt: In einem Spind fanden sie gleich zehn Schrotflinten und Pumpguns, im Keller in zwei Metallkisten fünf Maschinenpistolen, vier Stangen Sprengstoff mit Zündschnüren und vier Revolver und Pistolen, dazu Munition. Sievers: „Für den Moment sind wir sehr froh, aber kein Mensch weiß, was sonst noch irgendwo an Waffen bereit gehalten wird.“ Der Werkstattbesitzer, selber kein „Hells Angel“, wurde vorläufig festgenommen, ist aber wieder auf freiem Fuß. „Wir ermitteln wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffen-Kontrollgesetz“, erklärte Flensburgs Oberstaatsanwalt Rüdiger Meienburg. Darauf stünden bis zu zehn Jahre Haft.

In Schleswig-Holstein gibt es vier Rockerclubs mit je etwa zwölf Mitgliedern: Die „Hells Angels“ in Flensburg, Kiel und Alveslohe und die mit ihnen verfeindeten „Bandidos“ in Neumünster. „Es gab Auseinandersetzungen, und wir befürchten weitere“, sagte Zawadzki. Polizei-Experten gehen davon aus, dass es bei der Fehde zwischen „Hells Angels“ und „Bandidos“ auch um das Abstecken von Revieren für Rauschgifthandel und illegale Prostitution geht.
Thorsten Fürter, Innenexperte der Landtags-Grünen, fordert CDU-Innenminister Klaus Schlie jetzt zum Handeln auf: „Wenn es einen Zusammenhang mit den Rockern gibt, muss er Konsequenzen ziehen. Das kann bis zu einem Verbot von Rocker-Clubs gehen.“

Ein Verbot forderte bereits der Bund Deutscher Kriminalbeamter, nachdem es am Sonntag in Duisburg zu einer Rocker-Massenschlägerei gekommen war. Von Schlie gab es gestern allerdings keine klare Aussage. Nur so viel: „Einen Verein verbietet man oder man lässt es bleiben. In dem einen wie in dem anderen Fall redet man jedoch nicht vorher öffentlich darüber.

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(Quelle: ln-online.de)

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