|
Mittwoch 7. Oktober 2009, 13:59 Uhr
Prostituierte sollen zum Eifeltor
Täglich gibt es Klagen von Anwohnern und Passanten,
weil sie sich von den Prostituierten, die entlang der Brühler
Straße auf Kundschaft warten, gestört fühlen.
Rodenkirchen - „Verrichtungsboxen“ werden die
garagenähnlichen Unterkünfte genannt, in denen Prostituierte
geschützt arbeiten können. Solche Boxen gibt es
an der Geestemünder Straße in Niehl seit 2001,
und sie haben sich bewährt. Zuhälter haben keinen
Zutritt, und die Betreuung durch soziale Träger, Polizei
und Behörden ist gewährleistet. Die Kriminalität
ist zurück gegangen.
Bezirksvertreter der Grünen und SPD wollten nun solche
Boxen auch für den Straßenstrich im Kölner
Süden einrichten, der sich an der Brühler Landstraße
entlang zieht sowie am Militärring vom Verteilerkreis
bis zum Eifeltor. Der Antrag scheiterte aber am Veto von CDU
und FDP. Stattdessen wünschten sich die Bezirksvertreter
eine Ausdehnung des Sperrgebietes. Sie beschlossen eine Neuordnung
der Straßenprostitution und eine Konzentration weg vom
Grüngürtel und hin zum Güterverteilzentrum
Eifeltor. Wichtig sei eine verstärkte Kooperation mit
der Polizei, mit Ordnungs- und Gesundheitsamt und Trägern
sozialer Hilfsangebote.
Über die Straßenprostitution in besagtem Bereich
und auch „Am Kradepohl“ in Meschenich würden
sich Anwohner und Passanten täglich beschweren, meinten
die Bezirksvertreter mehrheitlich. Insgesamt seien die „Zustände“
der Erholung suchenden Bevölkerung nicht mehr zuzumuten.
Von regelmäßigen Müll-Hinterlassenschaften
berichtet beispielsweise Antje Blum. Sie fährt oft den
Militärring entlang zu ihrem Garten in der „Kolonie
Fort VII“ am Militärring / Am Eifeltor. Sie beschwert
sich auch über Gefährdungen im Straßenverkehr
durch gefährliche Manöver der Freier, wenn sie mit
ihren Autos daherkämen und Ausschau hielten.
Zwei Mitarbeiterinnen des Sozialdienstes Katholischer Frauen,
SKF, kümmern sich einmal in der Woche um die Prostituierten,
laden sie in ihren kleinen Bus ein und bieten ihnen eine Verschnaufpause
und die Möglichkeit zum Gespräch. „Natürlich
ändert sich die Szene immer wieder“, sagt Monika
Kleine, die Geschäftsführerin. Eine Zunahmen der
Prostitution in dem Bereich könne sie aber nicht bestätigen.
Dagmar Dahmen vom Ordnungsamt machte den Stadtteilpolitikern
wenig Hoffnung auf Umsetzung ihres Antrags. Das Gelände
am GVZ Eifeltor sei ein privates Grundstück. Ein Zentrum
wie in Niehl würde zudem nicht finanziert, weil es sich
im Kölner Süden um Einkommensprostitution und nicht
um Drogenprostitution handele. Auch glaubt sie nicht an eine
Erweiterung des Sperrbezirks, nachdem dies schon einmal im
Jahr 2005 geschehen sei.
zurück
(Quelle: ksta.de)
|