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Mittwoch 19. August 2009, 12:20 Uhr
Prinz Marcus nennt "Pussy-Club"
um
Fellbach - Prinz Marcus von Anhalt braucht keine Flatrate.
Der 38-Jährige hat eigenen Auskünften zufolge so
viel Geld, dass "ich bis an mein Lebensende nichts mehr
arbeiten muss". Zurzeit weilt die schillernde Gestalt
in Fellbach. Hoheit hat ihren Urlaub in St. Tropez unterbrochen,
um in seinem Haus in der Schaflandstraße nach dem Rechten
zu sehen. Seine Mieter haben ihn hängenlassen.
Weil der Pussy-Club mit seinem Flatratemodell in Verruf geraten
und wegen hygienischer Mängel und anderem geschlossen
worden ist, ist eine Einkommensquelle versiegt. "Eigentlich
hatte ich mit zwei Millionen Euro auf zehn Jahre gerechnet",
gibt der Kaufmann ("eigentlich Privatier") bereitwillig
Auskunft, aber die muss er jetzt abschreiben. Es gebe sogar
noch eine offene Rechnung von 600.000 Euro. Aber deswegen
kartet er nicht nach: "Die Geschäftsführerin
mit einem drei Monate alten Kind sitzt in Haft, die ist gestraft
genug."
Dafür bringt der Prinz den Laden jetzt höchstpersönlich
wieder auf Vordermann. "Aufpäppeln, umbauen, die
behördlichen Vorschriften erfüllen, verpachten und
eröffnen" - so sieht sein Fahrplan für die
nächsten Tage aus. Der Herr über 23 Firmen und 25
Nobelkarossen ("Alles, was Geld kostet") kennt sich
aus im Gewerbe ("In Deutschland gibt es 115 Clubs mit
Flatrate") und findet den Einfallsreichtum in der Bundesrepublik
bemerkenswert. "In allem, was mit Prostitution zu tun
hat, ist Deutschland federführend", sagt er.
Der Prinz versteht die Aufregung nicht
Über die Reaktionen auf das umstrittene Flatratebordell
schüttelt der Geschäftsmann nur den Kopf: "Es
ist eine Abartigkeit, dass der schwäbische Staat Prostituierten
vorschreibt, wie sie ihr Geld verdienen sollen." Auch
zum Thema Frauendiskriminierung hat der 38-Jährige seine
eigene Meinung: "Ich finde es viel menschenverachtender,
wenn eine Rumänin für 100 Euro im Monat im Supermarkt
arbeitet."
Auch den Vorwurf vorenthaltener Sozialabgaben wischt seine
Hoheit, die im nächsten Jahr Papa wird, vom Tisch: "Das
waren alles selbstständige Subunternehmerinnen, die einmal
im Jahr eine Steuererklärung abgeben." Und die Sache
mit den Sozialversicherungsbeiträgen greife bei den Rumäninnen
nicht, meint er jedenfalls.
Guten Mutes sieht er jetzt deshalb der Wiedereröffnung
entgegen. In der ersten Zeit der Bordellgeschichte der Schaflandstraße11/1
habe er sich selber um den Laden gekümmert. Doch das
will er sich nicht mehr antun: "Puff ist nicht mehr so
lukrativ. Mein Geld verdiene ich eigentlich mit Websites."
Der Mann mit Wohnsitz in der Schweiz und in Monaco will nach
einem passenden Mieter schauen und sich dann seinen erträglicheren
Geschäften widmen. Und seinen Hobbys: "Tennis, Autorennen,
Speedboot."
Das neue Freudenhaus soll FKK-Haus heißen
Aber er macht trotzdem schon einmal Werbung für das
neue Freudenhaus, das FKK-Haus heißen soll: "Am
1.September ist Eröffnung bei freiem Eintritt."
Bestimmten Berufsgruppen verspricht der Prinz gar zwei Gratistage:
"Für Polizisten, Steuerfahnder und alle Innenminister."
Den Verdienstausfall wird er verschmerzen können, obwohl
er möglicherweise demnächst heftig zur Kasse gebeten
wird: Der Prinz hat zwar viele Autos, aber zurzeit keinen
Führerschein. Trotzdem ist er selbst gefahren. Ein Richter
habe dafür eine Geldbuße bestimmt: 45 Tagessätze
à 5000 Euro. Summa summarum sind das 225.000 Euro.
Aber laut Hoheit ist da das letzte Wort noch nicht gesprochen.
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(Quelle: stuttgarter-zeitung.de)
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