|
Mittwoch 19. August 2009, 11:54 Uhr
Anzeige gegen CDU-Politiker
Schwere Vorwürfe gegen den Kölner CDU-Politiker
Werner Marx: Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt
gegen den Ratskandidaten aus Porz wegen des Verdachts des
Menschenhandels. Marx wird vorgeworfen, seine Wohnung in Porz
an einen Bordellbetreiber illegal vermietet zu haben.
Köln - Die Ermittlungen kamen durch eine Strafanzeige
von Bernd Barzen ins Rollen, der Miteigentümer im Wohnkomplexes
ist und nach eigenen Angaben im CDU-Ortsverband Porz tätig
war.
Laut Anzeige sollen in der Wohnung an der Bergerstraße
zum Teil 18-jährige Männer aus osteuropäischen
Ländern homosexuelle Dienstleistungen angeboten haben.
„Wer eine Person unter 21 Jahren zur Aufnahme oder Fortsetzung
der Prostitution oder zu sexuellen Handlungen bringt, macht
sich strafbar“, erläuterte Oberstaatsanwalt Günther
Feld. Der Rechtsanwalt des Politikers bestritt die Vorwürfe
energisch: „Da ist nichts dran“. Sein Mandant
habe nichts von der entsprechenden Nutzung seiner Wohnung
gewusst und einen Aufhebungsvertrag mit den Mietern geschlossen,
erklärte Michael Evert gegenüber der Rundschau.
„Wir werden der Staatsanwaltschaft heute alle Unterlagen
zur Verfügung stellen“, ergänzte Evert und
betonte, dass er den Anzeigensteller ebenfalls anzeigen werden
- und zwar unter anderem wegen Verleumdung. Im Übrigen
würde der Anzeigensteller seit Freitag wissen, dass die
Vorwürfe falsch seien und habe dennoch die Anzeige nicht
zurückgezogen.
In der Anzeige, die der Rundschau vorliegt, heißt es:
„Es muss davon ausgegangen werden, dass er (Marx) an
den Erträgnissen des ,Geschäftes in seiner Wohnung
beteiligt ist. Die homosexuellen Dienste der osteuropäischen
Jugendlichen werden professionell im Internet beworben, was
diese allein gar nicht bewerkstelligen könnten, da sie
die deutsche Sprache nicht beherrschen.“ Das Schriftstück,
dass der Staatsanwaltschaft zugesandt wurde, umfasst 127 Seiten.
Im Gespräch mit der Rundschau sagte Barzen, dass die
Kommunalwahl keine Rolle bei der Entscheidung für die
Anzeige gespielt habe.
zurück
(Quelle: rundschau-online.de)
|