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Mittwoch 19. August 2009, 04:00 Uhr
Araber auf Kudamm niedergeschossen
Vor einem Lokal in Charlottenburg ist in der Nacht zu gestern
ein Araber niedergeschossen worden. Mutmaßlicher Täter
ist ein Mitglied einer konkurrierenden Araber-Bande. Nachdem
er zunächst geflüchtet war, stellte er sich wenig
später selber der Polizei.
Der Verletzte konnte nach ambulanter Behandlung inzwischen
aus dem Krankenhaus entlassen werden. Das Landeskriminalamt
ermittelt.
Besondere Sorge bereitet der Polizei, dass Streitigkeiten
im Bereich der organisierten Kriminalität immer häufiger
Passanten gefährden. Nachdem in der vergangenen Woche
der 33-jährige, der Rockerszene zugerechnete Michael
B. offenbar von Angehörigen einer konkurrierenden Rockergruppe
in Hohenschönhausen auf einer Straße erschossen
worden ist, ist nun erneut ein Streit ohne Rücksicht
auf unbeteiligte Passanten per Pistole ausgetragen worden.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hatte ein 27-jähriger
Intensivtäter zusammen mit seinen drei Brüdern zwei
27 und 44 Jahre alte Männer vor einem Lokal am Kurfürstendamm
mit Messern und Macheten bedroht. Einer der Bedrängten
zog eine Pistole und feuerte mindestens einen Schuss ab; der
27-Jährige wurde am Bein getroffen. Ob es sich um einen
gezielten Schuss oder um einen Querschläger nach einem
Warnschuss handelt, ist noch nicht geklärt.
Während der Verletzte in eine Seitenstraße flüchtete
und dort wenig später von der Polizei gestellt wurde,
konnten seine Brüder nach Informationen dieser Zeitung
entkommen. Alle vier gehören einer der Polizei einschlägig
bekannten arabischen Großfamilie an. Noch am Abend stellte
sich der Schütze bei der Polizei. Diese wollte keine
näheren Angaben über ihn machen, nicht einmal, ob
es sich um den Jüngeren oder Älteren handelt. Einem
Ermittler zufolge liegt das Motiv für die Auseinandersetzung
in Revierkämpfen in der Rotlichtszene. "Offenbar
sind sich da unterschiedliche Gruppierungen in die Quere gekommen,
beim Austragen dieser Streitigkeiten gibt es kein Pardon.
Leider nehmen diese Personen auch keine Rücksicht auf
Unbeteiligte. Leicht hätten bei diesem Zwischenfall Spaziergänger,
die den Sommerabend am Kudamm verbringen wollten, zu Opfern
werden können." Ein weiteres Problem bestehe darin,
dass solche Taten in der Vergangenheit stets Racheakte nach
sich gezogen hätten. "Gerade unter Arabern werden
Angriffe auf den Klan immer geahndet, hinzu kommt das hitzige
Temperament. Wir können nur hoffen, dass der Konflikt
nicht wieder in der Öffentlichkeit ausgetragen wird."
Das Rotlichtgewerbe ist in Berlin ein wichtiger Bestandteil
der organisierten Kriminalität. Arabische, türkische
und auch osteuropäische Banden konkurrieren. Die Frauen,
die in diesem Milieu arbeiten und die oft einen nicht unerheblichen
Teil ihres Verdienstes an die Zuhälter abgeben müssen,
werden zum Teil mit falschen Versprechungen nach Deutschland
gelockt. "Ihnen wird in ihrer osteuropäischen Heimat
vorgegaukelt, hier als Zimmermädchen oder Bardame arbeiten
zu können", sagt ein szenekundiger Beamter. "Oft
müssen sie mehrere Tausend Euro dafür bezahlen,
nach Deutschland vermittelt zu werden. Hier wird ihnen dann
meist sofort der Pass abgenommen und gesagt, dass ihre Familie
in der Heimat getötet werde, wenn sie nicht anschaffen.
Schläge und andere gewaltsame Übergriffe sind dabei
keine Seltenheit." Mit der Prostitution sei trotz des
Risikos einer HIV-Infektion in Berlin leicht sehr viel Geld
zu verdienen.
Angehörige der Großfamilien gewährleisteten
nicht selten den Schutz von Wohnungsbordellen, und diese Dienste
ließen sie sich bezahlen. "Eine einfache Arbeit.
Daher ist es also kein Wunder, dass sich die Zuhälterbanden
um die Vorherrschaft streiten und diese Streitigkeiten brutal
austragen."
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(Quelle: morgenpost.de)
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