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Donnerstag 2. Juli 2009, 00:05 Uhr
Zu wenig Kaufkraft für Liebesdienste
GÜSTROW - Holly (26) bietet pures Vergnügen, Larissa
(24) noch viel mehr: Käufliche Liebe ist auch ein Thema
in der Kleinstadt Güstrow - überwiegend in so genannten
Model-Wohnungen oder Massage-Studios. Die Polizei schätzt
das Angebot als überschaubar ein - ohne kriminelle Nebeneffekte.
Ein Grund: Bordelle wüchsen dort aus dem Boden, wo Geld
ist. Übrigens auch im kleinen Gnoien.
Prostitution ist in vielen Städten Mecklenburg-Vorpommerns
längst kein Scham- oder Tabu-Thema mehr. Jeder könne
im Prinzip Liebesdienste gegen Geld anbieten, erklärt
Anja Hamann, Leiterin der Kriminalpolizeiinspektion im Großraum
Rostock. "Es ist nicht verboten", sagt sie. Nur
eine Gewerbeanmeldung sei nötig.
In Güstrow gebe es aber kaum ein Rotlicht-Milieu. "Der
Größe und Bedeutung der Stadt angemessen",
sagt Hamann. Sie spricht von "einigen Model-Wohnungen,
in denen erotische Dienstleistungen angeboten werden".
Völlig legal - wie auch in Massage-Studios, die bei der
Entspannung ihrer Kunden weiter gehen als andere. Die Preise
seien im Vergleich zu größeren Städten niedrig,
die Dienstleister ausschließlich weiblich und oft aus
Osteuropa.
Erst im Vorjahr habe die Polizei den Markt für Liebesdienste
in der Barlachstadt genau unter die Lupe genommen. "Wir
haben keine größeren Verstöße festgestellt",
so Hamann. Alles im Griff, sagt auch Güstrows Polizeichef
Matthias Knöchelmann. Ein Bordell mit Bar und weiteren
Funktionsräumen wie das Haus "Klein Paris"
vor ein paar Jahren gebe es nach Kenntnis der Ordnungshüter
nicht mehr. Der Hauptgrund aus Hamanns Sicht: das Geld. Einfache
Regel: Nur wo viel zu holen sei, wachse auch die Prostitution.
Demnach nicht in Güstrow. Eine Sperrbezirk-Regelung,
die Mindestgrößen von Städten für Bordelle
festlegt, gebe es in MV nicht. Auch begleitende Formen von
Kriminalität seien in Güstrow nicht zu beobachten.
Bleibt die körperliche Komponente. Ein Markt für
die "Models" sei da, weiß die Kripo-Chefin
- in verschiedenen Formen. Im Internet wirbt ein selbst ernannter
"Huren- und Bordellführer" auch für Güstrower
Damen, die pures Vergnügen versprechen, zum Beispiel
in der Rostocker Straße.
Noch ruhiger als in Güstrow sei es in dieser Hinsicht
auf den Dörfern ringsum. Mit einigen Ausnahmen. Kripo-Chefin
Anja Hamann weiß von einer "Roten Mühle"
in Gnoien, die zum Nachtlokal für "erotische Freizeit-Gestaltung"
ausgebaut worden sei. Auf einem Dorf bei Bützow sollen
Dominas praktizieren. Prostitution? Hamann: "Der Übergang
ist fließend."
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(Quelle: svz.de)
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