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Donnerstag 23. April 2009, 02:24 Uhr
Bürgerschaft diskutiert Bordell-TÜV

In der Aktuellen Stunde der Bürgerschaft kritisierte die GAL-Angeordnete Linda Heitmann gestern die Doppelmoral im Umgang mit der Prostitution. "Einerseits wird das Gewerbe vielerorts geduldet, andererseits jedoch kriminalisiert." Der GAL liege daran, die Selbstbestimmung derer, die als Prostituierte arbeiten, zu stärken und gleichzeitig wirksame Ausstiegsperspektiven aufzuzeigen. Das Prostitutionsgesetz von 2002, das dieses Gewerbe als legalen Beruf anerkenne, werde noch nicht ausreichend umgesetzt. Deshalb tagt nun in Hamburg seit Kurzem ein runder Tisch. Zu diskutieren seien dort eine Änderung der Sperrgebietsverordnung, die Praktikabilität einer Gewerbeanmeldung für Straßenprostituierte, einen möglichen Bordell-TÜV und die Ausgestaltung von Ausstiegshilfen, so Heitmann. Auch die CDU-Abgeordnete Karen Koop begrüßte den runden Tisch, dessen Arbeit man "kritisch, aber auch fördernd" begleiten werde. Die SPD-Parlamentarierin Gabriele Dobusch warf dem CDU-geführten Senat vor, das Prostitutionsgesetz nicht ausreichend umgesetzt zu haben. "Der Senat hat das Problem ausgeblendet und versäumt, einfache, praxistaugliche und transparente Regelungen rund um die Prostitution zu schaffen", erklärte sie.

In Hamburg ist die Zahl der Prostituierten rückläufig. Nach Schätzungen der Polizei gehen knapp 2500 Frauen in der Hansestadt dem Gewerbe nach. Rund zwei Drittel von ihnen sind Ausländerinnen, hauptsächlich aus den osteuropäischen EU-Staaten. Maximal zehn Prozent der ausländischen Prostituierten, so die Schätzungen, gehen in Hamburg illegal der Prostitution nach. Zur Zwangsprostitution kommt es in den meisten Fällen, wenn die Frauen aussteigen oder bessere Bedingungen für sich wollten. In vielen Fällen werden sie dann von Zuhältern oder deren Komplizen mit Gewalt dazu gezwungen, weiter für sie in dem Gewerbe zu arbeiten.

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(Quelle: welt.de)

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