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Mittwoch 15. April 2009, 15:27 Uhr
Die schwierige Lage männlicher
Huren
Sie haben es sich nicht ausgesucht, die jungen Männer,
die sich rund um die Alte Gasse als Stricher verdingen. Karin
Fink, die seit 17 Jahren in der Kriseninterventionsstelle
der Aids-Hilfe (KISS) arbeitet, kennt ihre Jungs. Junge Männer
aus Deutschland, Süd- und vor allem auch Osteuropa. Bulgaren
türkischer Herkunft, zum Beispiel, die in ihrem Heimatland
keine Arbeit finden.
Karin Fink, die das KISS seit vier Jahren leitet, spricht
von "Armutsprostitution". Da werde Geld verdient,
um es an die Familie nach Hause zu schicken. Und ist es nicht
viel, was die Freier zahlen. Ein "Blow-Job" ist
für fünf bis 20 Euro zu haben. Eine Preisliste für
bestimmte Dienstleistungen gibt es nicht. Mehr als 300 Euro
im Monat kommen selten zusammen.
Früher seien männliche Prostituierte häufig
schwul oder bisexuell gewesen. Das habe sich heute geändert.
Von den Männern, die jetzt anschaffen gehen, seien die
meisten heterosexuell veranlagt. Dass sie sich mit homosexuellen
Praktiken durchs Leben schlagen, mache sie häufig aggressiv.
"Im Laufe der Jahre ist die Szene immer gewalttätiger
geworden", beschreibt Fink die Situation. Weil es immer
mehr Stricher in Frankfurt gebe, hätten "Konkurrenz
und Neid" zugenommen. Fink geht davon aus, dass es in
Frankfurt "600 bis 800 männliche Prostituierte"
gibt. Damit seien 30 Prozent der Prostituierten männlich,
konstatiert sie.
Die meisten männlichen Prostituierten seien "Mitte
oder Ende 20". Anders als bei Frauen, die bis "ins
hohe Alter" weitermachen könnten, werde es für
Männer ab 30 schwierig. Es sei denn, sie würden
sich "professionalisieren", sich beispielsweise
auf Sado-Maso-Praktiken spezialisieren. Bordelle mit Männern
sind Fink nicht bekannt. Kontakte werden in Kneipen und Bars,
in der Toilette oder im Park geknüpft.
Mit einer Kampagne, die zusammen mit der Werbeagentur McCann-Erickson
entwickelt wurde, wollen die jungen Männer versuchen,
aus ihrem "Randgruppen-Status" herauszukommen. Am
Freitagabend, 17. April, wird die Alte Gasse gesperrt, es
gibt Aktionen und Reden für einen "respektvollen
Umgang in der mann-männlichen Prostitution".
"Sex ist käuflich, der Mensch nicht", lautet
das Motto. Gemeint ist damit, dass der Freier nur die Leistungen
bekommt, für die er bezahlt hat. Der Freier - das kann
ebenso gut ein Sozialhilfeempfänger sein wie ein Soziologie-Professor.
Alle Berufs- und Altersgruppen sind vertreten.
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(Quelle: fr-online.de)
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