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Mittwoch 1. April 2009, 17:47 Uhr
Wiesbadener Prostituiertenmord

Weil eine Prostituierte sich seinen Wünschen verweigerte, hat ein junger Mann aus Wiesbaden sie kurzerhand erwürgt. Ein Überwachungsvideo führt die Polizei auf seine Spur.

Sechs Tage nach dem Mord an einer 32 Jahre alten Prostituierten in der Eltviller Straße hat die Polizei den Täter geschnappt. Der 21 Jahre alte Wiesbadener wurde am Dienstagnachmittag auf seiner Arbeitsstelle in einem Wiesbadener Vorort festgenommen. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in einer Pressekonferenz am Mittwoch mit. Der Täter hat die Tat gestanden.

Der entscheidende Hinweis kam am Dienstag aus einem Gewerbebetrieb im Wiesbadener Westend, sagte der Leiter der Soko "Iza", Kriminalhauptkommissar Bernhard Scholl. Zeugen hätten einen Kunden auf dem in den vergangenen Tagen stetig verbesserten Bild des mutmaßlichen Täters erkannt. Um 15.10 Uhr klickten dann die Handschellen. Angaben über Beruf, Wohnung und Familie des 21-Jährigen mit deutscher Staatsangehörigkeit machte die Polizei nicht.

Besorgte Anrufe aus dem Milieu

"Wir sind sehr erleichtert", kommentierte Polizeivizepräsident Robert Schäfer diesen schnellen Fahndungserfolg. Mit großem Aufwand habe die zwölfköpfige Sonderkommission die gesamte Stadt abgesucht. Aus dem Milieu habe es viele besorgte Anrufe gegeben. Dank der Videoüberwachung im Eingangsbereich des Mehrfamilienhauses in der Innenstadt, in dem sich die Terminwohnung für Prostituierte befindet, hatten die Ermittler Bilder von dem Täter – allerdings unscharf und verschwommen. Eine Prostituierte aus dem Bereich Offenbach habe geholfen, die Bilder so sehr zu verbessern, dass Zeugen ihn schließlich identifizierten.

Als Motiv habe der Festgenommene angegeben, dass das Opfer von ihm gewünschte Sexualpraktiken abgelehnt habe. Oberstaatsanwalt Hartmut Ferse sagte, er habe Haftbefehl wegen Mordes beantragt. Der 21-Jährige habe das Opfer heimtückisch erwürgt und aus Habgier nach der Tat nicht nur seinen "Dirnenlohn" für den Geschlechtsverkehr zuvor wieder einkassiert, sondern auch noch weitere 700 Euro sowie zwei Handys aus der Wohnung gestohlen.

Lebenslange Freiheitsstrafe möglich

Da der Täter unter das Erwachsenenrecht falle, drohe dem Mann eine lebenslange Freiheitsstrafe, sagte Ferse. Noch am Mittwoch sollte der 21-Jährige dem Haftrichter vorgeführt werden. Im vergangenen Jahr war ein 25-Jähriger wegen Mordes und Raub verurteilt worden, weil er eine 40 Jahre alte Prostituierte und zweifache Mutter in Wiesbaden brutal ermordet hatte.

Polizeibekannt ist der 21-Jährige nicht. Ob er weitere Straftaten auf dem Kerbholz hat, ermittelt die Polizei noch. In dem Haus in der Eltviller Straße sei er öfters gewesen. Einen Zusammenhang mit einem ähnlichen Fall in Mainz vor zwei Jahren schlossen die Ermittler derweil aus. Im Stadtteil Marienborn war im Januar 2007 eine Prostituierte fast zu Tode gewürgt worden. Das Phantombild ähnele dem 21-Jährigen nicht.

Zu der 32-Jährigen konnten die Ermittler nur wenig Angaben machen. Die Polin sei erst seit kurzem im Rhein-Main-Gebiet der Prostitution nachgegangen, sagte Staatsanwalt Ferse. Ihr Wohnsitz sei in Polen. Kurz vor der Tat sei sie morgens noch in einem Rewe-Markt gesehen worden. Am Nachmittag wurde ihre Leiche in der Terminwohnung gefunden.

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(Quelle: fr-online.de)

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