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Montag 16. März 2009, 09:28 Uhr
33-jähriger hält Frauen
in Karsau fest
Wegen besonders schweren Menschenhandels, Zuhälterei,
Körperverletzung und Bedrohung hat die Staatsanwaltschaft
einen 33-jährigen Mann angeklagt. Er soll in Karsau Frauen
in einer Wohnung festgehalten haben.
RHEINFELDEN. Am ersten Verhandlungstag am Lörracher
Amtsgericht schwieg der Angeklagte, der seit ein paar Monaten
in Untersuchungshaft sitzt, zu den Vorwürfen.
Die Taten, derer ihn die Staatsanwaltschaft angeklagt hat
ereigneten sich zwischen November 2004 und Mai 2005. Nachdem
eine der Frauen, die der 33-Jährige zur Prostitution
gezwungen hatte, fliehen konnte und zur Polizei gegangen war,
war der aus dem Kosovo stammende Angeklagte zunächst
untergetaucht oder aus Deutschland abgereist. Im Herbst 2008
wurde er jedoch verhaftet. Der Angeklagte, so die Staatsanwaltschaft,
habe in einer Wohnung in Karsau mehrere Frauen festgehalten.
Diese durften die Wohnung nicht unbewacht verlassen. Der Angeklagte
habe sie zur Prostitution gezwungen. Er habe bestimmt, in
welchem Etablissement sie arbeiten und habe 50 Prozent ihrer
Einkünfte kassiert. Im Einzelnen mussten die Frauen in
Griechenland, in der Schweiz sowie im "Black Bottom"
in Grenzach-Wyhlen als Prostituierte arbeiten, hieß
es in der Anklageschrift. Damit die Frauen taten, was er wollte,
habe der Angeklagte sie mit der Faust ins Gesicht geschlagen,
einmal habe er einer Frau auch eine echt wirkende Pistole
an die Schläfe gehalten und hörbar durchgeladen.
Einer Frau habe er gedroht, ihre Eltern umzubringen. Der Kosovare
nahm von einem Deutschen außerdem Geld an, der damit
eine der Frauen kaufen wollte. Womöglich sollte der Deutsche
dabei aber nur ausgenommen werden.
Der Angeklagte schwieg zu diesen Vorwürfen, eine Hauptbelastungszeugin
tauchte am ersten Verhandlungstag nicht auf. Eine heute 24-jährige
Frau, die mit dem Bruder des Angeklagten verheiratet war,
sagte jedoch vor Gericht aus. Sie bestätigte, dass sie
und drei weitere Frauen die Wohnung in Karsau nicht verlassen
durften. Sie selbst arbeitete in Breisach und im "Black
Bottom" als Animierdame, sexuelle Dienst habe sie aber,
im Gegensatz zu den anderen Frauen nie geleistet, betonte
sie. Auf die Frage, weshalb die anderen das getan hätten,
antwortete sie: "Sie hatten keine Perspektive, was sie
machen sollten, und sie hatten Angst, wenn sie weggehen, dass
er sie zurückholt." Eine der Frauen habe allerdings
deswegen mitgemacht, weil sie die Geliebte des im Kosovo verheirateten
Angeklagten gewesen sei und er ihr ein schönes Leben
in Amerika versprochen habe. Sie sei auch als Vermittlerin
zwischen dem Angeklagten und den anderen Frauen aufgetreten.
Eine andere Frau habe auch vor und nach dieser Geschichte
als Prostituierte gearbeitet. Der Angeklagte habe sie jedoch
unter Druck gesetzt, sagte die Zeugin. "Ich hatte auch
vor meinem eigenen Mann Angst, wenn ich aus der Wohnung ging.
Er hat mich täglich geschlagen", berichtete sie.
Sie habe den Bruder des Angeklagten nur geheiratet, weil er
abgeschoben werden sollte.
Weil diejenige Frau, der im Mai 2005 in der Schweiz die Flucht
gelang und die zur Polizei gegangen war, zur gestrigen Gerichtsverhandlung
nicht erschien, musste die Verhandlung vertagt werden. Der
Prozess wird am 6. April fortgesetzt.
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(Quelle: badische-zeitung.de)
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