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Donnerstag 30. Oktober 2008, 10:13 Uhr
Stadt stellt Fotos bayerischer
Sex-Touristen ins Netz
Freier in der tschechischen Kamera-Falle
Chomutov - Die Gegend wirkt völlig freudlos –
eine typische Durchgangsstraße mit Buswartehäuschen
samt Parkbucht.
Ausgerechnet hier suchen Männer, viele aus der 100 Kilometer
entfernten Oberpfalz, für eine halbe Stunde billig erkaufte
Zerstreuung bei Prostituierten: auf dem Straßenstrich
von Chomutov (Tschechien). Die Freier können seit Kurzem
obendrauf mit einem Extrakick rechnen, und den gibt es sogar
gratis! Seit Wochen lässt die Stadtverwaltung den Strich
mit Kameras überwachen. Die Fotos von den Autos der Freier
werden ins Internet gestellt – unter dem auf Deutsch
gehaltenen Link-Hinweis: „Aufnahmen des städtischen
Kamerasystems zur Überwachung der öffentlichen Ordnung
mit Bezug auf die Problematik mit der Prostitution.“
Da Kommunen in Tschechien rechtlich nicht gegen die Straßenprostitution
mit dem dazugehörigen Schmuddel-Image vorgehen können,
sah man sich zu dem drastischen Schritt gezwungen. „Acht
bis zehn Mädchen arbeiten dort an der Straße“,
heißt es aus dem Magistrat von Chomutov. „Sie
stehen auch an Orten, wo etwa Kindergärten sind. Wir
mussten einfach etwas machen.“ Gleichzeitig hoffen die
Verantwortlichen, dass so der Zwangsprostitution zumindest
ein kleiner Schlag versetzt wird.
Derzeit lassen sich exakt 15 Autos von Freiern auf der Website
(*) betrachten, vom Typ her wohl die meisten aus Tschechien.
Kennzeichen und Fahrer sind dabei unkenntlich gemacht, doch
nahe Verwandte dürften den Wagen schon erkennen …
Und im Zweifel hilft die Verwaltung gerne nach und stützt
sich dabei auf einen möglichen Verstoß gegen das
Gewerberecht. Chomutovs Zweiter Bürgermeister Jan Rehák
gegenüber dem ARD-Hörfunk: „Es gibt den Vorschlag,
dass wir Fahrer, die Prostituierte in ihr Auto steigen lassen,
zusammen mit dieser Frau zu einem Verfahren laden. Da sollen
sie dann eine Erklärung abgeben, was im Auto geschehen
ist.“
Wenn Kunden wirklich Pech haben, erhalten ausgerechnet die
zu Hause gebliebenen Ehefrauen die Ladung, der ein Foto vom
böhmischen Sex-Abenteuer beigefügt ist. Wie so was
ausgehen kann, weiß Petr Pipal, Bürgermeister der
Stadt Dubi, wo dies bereits praktiziert wird. „Ehefrauen
haben sich bei mir gemeldet, es war ihnen schwer begreiflich
zu machen, dass ihr Mann wegen sexueller Dienste hier war.“
Die Taktik wirkt offenbar: Das größte Bordell in
Dubi musste bereits mangels Freier schließen.
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(Quelle: tz-online.de)
* http://www.chomutov-mesto.cz
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