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Dienstag 25. November 2008, 11:31 Uhr
UNICEF fordert fordert entschiedeneren Kampf gegen Kinderprostitution

Köln (AP) UNICEF hat zu einem entschiedeneren Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern aufgerufen. Weltweit werden jedes Jahr rund 1,8 Millionen Mädchen und Jungen zur Prostitution und zur Pornografie gezwungen, wie das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen am Dienstag zum Auftakt des Weltkongresses gegen Kinderhandel in Rio de Janeiro mitteilte.

«Skrupellose Erwachsene nutzen die Schutzlosigkeit von Kindern aus - für sich selbst und weil sie Profit machen wollen,» sagte Ekin Deligöz, Vorstandsmitglied von UNICEF Deutschland. Wer hierzu schweige, macht sich mit schuldig an der Zerstörung der Kinder.

Nach Schätzungen der Organisation Innocence in Danger gibt es allein in Deutschland etwa 50.000 regelmäßige Konsumenten von Kinderpornografie. Auch die polizeiliche Kriminalstatistik in Deutschland verzeichnet laut UNICEF seit Jahren einen konstanten Anstieg beim Besitz, der Beschaffung und Verbreitung von Kinderpornografie. Während 2006 noch 7.318 Fälle registriert wurden, waren es im Jahr 2007 den Angaben zufolge bereits 11.357.

Vor allem die massenweise Nutzung des Internets und neuer Kommunikationstechniken wie Chatrooms, die nur schwer zu überwachen seien, hätten neue Möglichkeiten der Ausbeutung geschaffen, kritisierte das Kinderhilfswerk. Immer öfter würden über kommerzielle Websites Geschäfte abgewickelt, die mit Passwörtern geschützt seien oder einen Zugang über eine Kreditkarte hätten. Solche Internetseiten bringen dem Betreiber laut UNICEF bis zu 30.000 Dollar Gewinn im Jahr.

Das Kinderhilfswerk fordert vor allem eine weltweit effizientere Verfolgung der Täter. Vor allem die länderübergreifende Zusammenarbeit der Polizeibehörden sei unzureichend. So arbeiteten derzeit lediglich 35 Staaten mit der Interpol-Datei zusammen, die weltweit kinderpornografische Bilder zum Zweck der Strafverfolgung auswertet.

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