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Freitag 14. März 2008, 14:23 Uhr
Ältestes Hamburger Bordell schließt
Hamburg (AP) Nach 60 Jahren muss das älteste Hamburger Bordell
schließen. Das «Hotel Luxor» in der Straße
Große Freiheit soll wegen Kundenmangels in einem Monat verkauft
werden. «Wir verkaufen im April an einen Investor»,
sagte Bordellchefin Waltraud Mehrer laut «Hamburger Morgenpost».
Mit «richtigem Sex» lasse sich im Hamburger Amüsierbezirk
St. Pauli «kein großes Geld mehr machen».
Laut Mehrer hatte das Bordell die besten Zeiten in den 70er Jahren.
«In Spitzenzeiten arbeiteten hier zwölf Frauen, heute
sind es nur noch vier», sagte die Chefin, die seit 21 Jahren
den Familienbetrieb führt.
Früher hätten die Kunden auch mehr Geld ausgegeben, sagte
die Angestellte Nicole laut «Morgenpost»: «2.000
Euro die Nacht. Davon kann ich heute nur träumen.» Laut
einem Bericht der «Bild»-Zeitung haben über die
Jahre fünf Frauen aus dem Bordell ihre Freier geheiratet.
Discos verdrängen Bordelle
Das «Hotel Luxor» liegt am westlichen Ende der Reeperbahn.
Während früher Bordelle und Abschlepp-Clubs das Bild der
kleinen Straße bestimmten, sind es heute laute Discos und
Tanzclubs. Gerade am Wochenende ist die Straße voll von jungem
Partyvolk, viele sind betrunken.
«Die Discos in der Straße haben unser Geschäft
zerstört. Diese Teenager sind nicht unser Klientel, die können
sich das gar nicht leisten», sagte Bordellchefin Mehrer. Wegen
vieler Schlägereien und Messerstechereien an der Reeperbahn
hat die Hamburger Polizei dort Überwachungskameras aufgebaut
und schickt jedes Wochenende zahlreiche Zusatzstreifen los.
Das Ende des «Hotel Luxor» ist ein weiteres Zeichen
für den grundlegenden Wandel an der Reeperbahn: Früher
waren die Straßen links und rechts die Heimat der Hamburger
Rotlichtszene. Vom Hafen waren es nur ein paar Schritte, bis die
ersten Bordelle die Seeleute mit roten Laternen anlockten, die Prostitution
ist hier deshalb seit Jahrhunderten zu Hause.
Doch der Hafen hat sich gewandelt, die großen Schiffe liegen
inzwischen weit entfernt. Außerdem verdrängen schicke
Immobilienprojekte die Rotlichtszene: Zuletzt wurde eine Brauerei
abgerissen, die früher St. Pauli mit Bier versorgte. An ihrer
Stelle entstanden teure Hotels, Büros und vornehme Wohnungen.
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