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Sonntag 7. Januar 2007, 04:22 Uhr
Bislang nur wenige Prostituierte in Gewerkschaft
organisiert
Bochum (ddp-nrw). Nach Einschätzung des Bochumer Frauen-Projekts
Madonna e.V. sind in Nordrhein-Westfalen bislang nur wenige Prostituierte
gewerkschaftlich organisiert. «Dabei kann die Gewerkschaftsmitgliedschaft
für Sex-Arbeiterinnen durchaus sinnvoll sein», sagte
eine Sprecherin von Madonna e.V. der Nachrichtenagentur ddp. Seit
dem 1. Januar 2001 dürfen sich Prostituierte in Deutschland
der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di anschließen.
Allerdings werde eine Gewerkschaft naturgemäß als Arbeitnehmer-Vertretung
angesehen, während die Prostituierten überwiegend selbständig
tätig seien, erläuterte die Madonna-Sprecherin. Während
ver.di also darauf warte, von interessierten Frauen angesprochen
zu werden, fragten sich die Prostituierten, was eine Gewerkschaft
für sie überhaupt leisten wolle. «Deshalb haben
wir die Gewerkschaft darauf hingewiesen, dass sie in einer gewissen
Bringschuld ist und erst einmal auf die Frauen zugehen muss.»
Große Chancen für ver.di sehen die Madonna-Frauen bei
dem Thema Aus- und Weiterbildung für Prostituierte: «So
könnte die Gewerkschaft unter anderem mit fundierter Beratung
bei dem Thema Bauordnungsrecht punkten, was unter anderem für
die Betreiberinnen von Clubs ein ganz heikles Feld ist.» Madonna
e.V. attestiert ver.di durchaus Interesse und Engagement bei dem
Thema: «Wir finden es gut, dass das Thema Prostitution von
ver.di auch auf eine internationale Ebene gehoben wird. Denn in
vielen Ländern sind die Arbeitsbedingungen von Prostituierten
noch schlechter als bei uns.»
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