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Mittwoch 6. Juni 2007, 05:43 Uhr
„Ein Puff gehört nicht ins Wohngebiet“
In der Fehntjer Birkenstraße hat ein Bordell eröffnet
/ Die Nachbarn sind entrüstet
Bei der Gemeinde sind Beschwerden eingegangen. Die Verwaltung
könne aber nichts gegen das Etablissement unternehmen, sagt
der Ordnungsamtsleiter.
Rhauderfehn - Ärger mit den Nachbarn? Damit könne sie
leben, sagt eine der Damen, die vor wenigen Tagen in der Rhauderfehner
Birkenstraße ein Bordell aufgemacht haben. Eigentlich gebe
es aber keinen Grund zur Beunruhigung für die Anwohner. „Wir
tun niemandem was und wir machen ja nichts Unrechtmäßiges“,
betont die Frau, die freimütig zugibt, dass sie gemeinsam mit
einer Kollegin in dem maroden Haus mit der Nummer 16 dem horizontalen
Gewerbe nachgeht.
Mit dem Frieden in der beschaulichen Birkenstraße ist es
vorbei. Die Nachbarschaft ist entrüstet. Sie will auf keinen
Fall ein Bordell in der Wohnstraße dulden. Mehrere Bürger
haben ihrem Unmut bei der Gemeinde Luft gemacht. Jürgen Crone,
Leiter des Ordnungsamtes, bestätigt, dass es wegen des Puffs
besorgte Anrufe gegeben habe. Andere Bürger haben sich an die
GA-Redaktion gewandt. Seit gut einer Woche herrsche ein reges Kommen
und Gehen in dem Bordell, heißt es. Bedenken gibt es vor allem
wegen der zahlreichen Kinder, die in der Birkenstraße oder
in der Nähe wohnen. Sie sollen mit dem Etablissement nicht
konfrontiert werden, heißt es. „Ein Puff gehört
doch nicht mitten ins Wohngebiet“, betonte ein Anrufer gegenüber
dem GA.
Die Ängste der Birkenstraßen-Bewohner sind durch ein
Flugblatt noch geschürt worden. Auf dem Zettel wird auf ziemlich
drastische Art und Weise vor pädophilen Freiern gewarnt, die
in das Bordell kommen könnten. Die beiden derzeit dort tätigen
Frauen, streiten ab, mit dem Pamphlet etwas zu tun zu haben. Ordnungsamtsleiter
Crone vermutet, dass „die Konkurrenz das Flugblatt in Umlauf
gebracht hat“. Crone erklärte gegenüber dem GA,
dass die Fehntjer Gemeindeverwaltung derzeit die Zulässigkeit
des Puffs überprüfe. Eine Gewerbeanmeldung sei bisher
noch nicht eingegangen. Das könne aber noch nachgeholt werden.
Crone macht den Anwohnern nicht allzu viel Hoffnung: „Grundsätzlich
erlaubt der Gesetzgeber die Prostitution. Als Gemeinde können
wir da kaum etwas machen.“ Der Ordnungsamtsleiter verweist
darauf, „dass es auch an anderen Orten in Rhauderfehn Bordelle
gibt“. Eine Nachbarin des Birkenstraßen-Puffs spekulierte
laut, dass „vielleicht das Gesundheitsamt des Landkreises
Leer etwas unternehmen könnte“. Der Grund: Das Haus sei
ziemlich heruntergekommen.
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(Quelle: ga-online.de)
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