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Freitag 5. Januar 2007, 14:39 Uhr
Italien sagt Babystrich den Kampf an
In Italien wächst die Sorge wegen der zunehmenden Zahl minderjähriger
Ausländerinnen, die als Prosti-
tuierte tätig sind. Um das Problem zu bekämpfen, will
Innenminister Giuliano Amato streng vorgehen:
Kunden von minderjährigen Straßenprostituierten sollen
künftig der Vergewaltigung beschuldigt werden. „Nicht
nur die Menschenhändler, sondern auch die Kunden der minderjährigen
Prostituierten müssen strengstens verfolgt werden“, meinte
Amato laut Medienberichten vom Freitag.
Auch der römische Polizeichef Achille Serra hatte kürzlich
vor dem Problem des Kinderstrichs gewarnt. „In Rom sieht man
Minderjährige, die sich mit Puppen in der Hand prostituieren.
Das kann man nicht mehr ertragen. Sex mit Minderjährigen ist
ein schweres Verbrechen“, so Serra. Die Mädchen stammen
mehrheitlich aus Rumänien und Albanien. Die Polizei ertappte
in den vergangenen Monaten sogar Siebenjährige auf dem Strich.
Eine minderjährige Prostituierte kann bis zu 20.000 Euro im
Monat verdienen.
Bordelle wurden 1958 in Italien verboten. Heute ist die Mehrheit
der Italiener dafür, die Freudenhäuser wieder zu öffnen.
Neun Millionen Italiener gehen laut Studien regelmäßig
oder fallweise zu Prostituierten.
Auch Buben werden immer häufiger zur homosexuellen Prostitution
ausgenutzt, und zwar hauptsächlich in Lokalen und Privatwohnungen.
Vor allem junge Albaner, Nigerianer, Südamerikaner und Osteuropäer
werden auf diese Art ausgebeutet. Im Steigen begriffen ist die Zahl
minderjährigen Chinesinnen, die von brutalen Zuhältern
in Bordellen dazu gezwungen werden, ihren Körper zu verkaufen,
berichtete die Polizei.
Der Straßenstrich wird vor allem von kriminellen Organisationen
kontrolliert. In Italien gibt es nach Schätzungen des Innenministeriums
zirka 70.000 Prostituierte, die einen Jahresumsatz von 26 Milliarden
Euro erwirtschaften. 80 Prozent der Kunden fordern Geschlechtsverkehr
ohne Kondome. Zwölf Prozent der Prostituierten sind HIV-positiv.
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(Quelle: vienna.at)
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