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Samstag 3. März 2007, 06:06 Uhr
Schüsse auf "Hells Angel" aufgeklärt?

Zwei Wochen lang hatten sowohl Verdächtige als auch das Opfer geschwiegen. Suche nach der Tatwaffe blieb bislang ergebnislos.

Die Mauer des Schweigens, der sich die Polizei nach den Schüssen auf das "Hells Angels"-Mitglied Frank W. gegenübersah, scheint gebrochen. Das Mobile Einsatzkommando (MEK) stürmte gestern Mittag eine Wohnung an der Repsoldstraße (St. Georg), nahm den Mann fest, der verdächtigt wird, den 42-Jährigen vor zwei Wochen im "Eros Laufhaus" niedergeschossen zu haben. Sein Name: Omid A. F. Der Iraner (30) ist auf dem Kiez und bei der Polizei kein Unbekannter.

In Jogginghose, Turnschuhen und einem hellblauen Shirt wurde Omid A. F. gestern von den Beamten abgeführt. Er soll, so lassen erste Ermittlungen vermuten, mit Frank W. in einer Kneipe auf der Großen Freiheit Streit bekommen haben. Nach kurzer Verfolgung trafen sich beide im "Laufhaus" an der Reeperbahn wieder. Auf vier Etagen warten dort Prostituierte auf Freier. Das Bordell wird offenbar maßgeblich von Mitgliedern der "Hells Angels" beherrscht. Omid A. F. zog offenbar seine scharfe 9-Millimeter-Pistole, feuerte sieben Mal auf den Rockerboss. Mit einem Beindurchschuss ging Frank W., zu Boden, fuhr später aber noch selbst ins Krankenhaus. Omid A.F. flüchtete gemeinsam mit seinen Komplizen, einem 21-jährigen Deutschen, einem 28-Jährigen aus der Türkei und einem Bosnier (30). Zwei der Männer waren bereits kurz nach der Tat festgenommen worden. Zunächst hatten weder sie noch der Angeschossene mit der Polizei kooperiert. Sie alle verweigerten sich im Verhör, wollten nicht sagen, wer die Schüsse abgefeuert hat. Doch die Milieuermittler hatten schnell einen Verdacht: Omid A. F., ein bulliger Bodybuilder, gilt auf dem Kiez als wenig zimperlich. Mehrere Verfahren haben Polizei und Staatsanwaltschaft bereits gegen ihn geführt.

Nachdem der 30-Jährige in Haft genommen worden war, durchsuchten die Ermittler noch acht weitere Objekte: Wohnungen von Freunden in Hamburg und Pinneberg, eine Garage und das Laufhaus auf dem Kiez - den Ort, an dem die Tat geschah. Unter anderem hofften sie, die Waffe zu finden, mit der die Schüsse abgefeuert worden waren. Doch die Pistole blieb verschollen.

Hinweise, dass sich ein neuer Bandenkrieg auf dem Kiez entwickeln könnte, hat die Kriminalpolizei bislang nicht. Polizeisprecherin Christiane Leven: "Bislang sieht es so aus, dass den Schüssen eine Beleidigung oder ein einfacher Streit vorausgegangen ist." Allerdings ist die Rache der auch in Norddeutschland trotz Verbotes noch immer aktiven Höllenengel gefürchtet. Ein Kiez-Sprichwort lautet: "Leg dich nie mit den Hells Angels und der Steuerfahndung an."

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(Quelle: abendblatt.de)

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