Dienstag
31. Januar 2006, 13:12 Uhr
Mega-Massenmord-Prozess in Kanada hat begonnen
Vancouver (AFP) - Wegen der Ermordung von mindestens 27 Prostituierten
steht ein Schweinezüchter in Kanada vor Gericht. Zum Auftakt
des größten Massenmord-Prozesses in der kanadischen Geschichte
erklärte sich der Angeklagte Robert William Pickton für
unschuldig. Ihm wird vorgeworfen, die Frauen über einen Zeitraum
von 25 Jahren hinweg auf dem Straßenstrich in Vancouver aufgelesen,
mitgenommen und umgebracht zu haben. Insgesamt verschwanden in dem
Zeitraum mehr als 60 Prostituierte aus dem Stadtteil Downtown Eastside.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass der 56-jährige Pickton noch
wegen weiterer Morde angeklagt wird, nachdem auf seiner Farm Überreste
oder persönliche Gegenstände von 31 Vermissten gefunden
wurden.
Pickton war vor vier Jahren auf seinem Hof in Port Coquitlam östlich
von Vancouver festgenommen worden, wo er Schweine züchtete
und schlachtete. Zwei Jahre später warnten die kanadischen
Gesundheitsbehörden die Öffentlichkeit, dass sich unter
dem von Pickton verkauften angeblichen Schweinefleisch möglicherweise
auch Menschenfleisch befunden haben könne.
Nach seiner formellen Eröffnung wird der Prozess vermutlich
erst im Herbst richtig losgehen. Zunächst soll geklärt
werden, ob ein Verfahren mit Geschworenen oder ausschließlich
Berufsrichtern abgehalten werden soll.
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