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Freitag 28. April 2006, 11:52 Uhr
Internationale TV-Teams stören
den Verkehr am offiziellen Strich
Köln – WM-Fußball nur Nebensache? Für Fernsehteams
aus England, Japan & Co. scheint das zu gelten. Denn sie interessieren
sich momentan nur für eines: Sex in Deutschland.
Leidtragende der Sex-TV-Offensive sind besonders die Huren auf dem
offiziellen Straßenstrich in der Geestemünder.
„Heute waren welche aus Schweden da, die wollten hier drehen.
Wir werden angeglotzt wie im Zoo“, regt sich Andrea (31) auf:
„Wir haben ganz andere Sorgen als die WM. Wenn jetzt ein Kerl
neben dir anhält, ist das zu 50 Prozent ein Journalist von
irgendwo, der dumm quatscht. Und die normalen Freier gehen uns laufen.“
Die Stadt reagierte: Ab jetzt herrscht absolutes Kamera- und Dreh-Verbot
in und um die Boxen – auch außerhalb der Verkehrszeiten.
„Das weltweite Medieninteresse ist riesig“, sagt Anne
Rossenbach, Sprecherin des Sozialdienst katholischer Frauen (SKF):
„Dabei ist die Geestemünder Straße ein soziales
Projekt, kein touristisches. Mit der Fußball-WM hat es gar
nichts zu tun.“
Was die ausländischen Journalisten vermutlich verwirrt: Dortmund
lässt zur WM Verrichtungsboxen aufstellen, um wildem Verkehr
Einhalt zu gebieten.
Das Kölner Modell (gibt es bereits seit fünf Jahren)
verfolgt ein anderes Ziel: Drogenabhängige Prostituierte sollen
runter vom illegalen und gefährlichen Straßenstrich.
An der Geestemünder werden sie durch den SKF auch sozial betreut.
In den Sex-Kabinen schützen Notfall-Knöpfe vor Übergriffen.
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