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Montag 27. März 2006, 13:30 Uhr
Erste Verurteilung im Rotlichtprozess vorbereitet
Rostock (ddp-nrd). Im Rostocker Rotlichtprozess gegen neun Angeklagte
wird eine erste Verurteilung vorbereitet. Am Montag einigten sich
vor dem Landgericht Verteidiger und Richter auf eine Höchststrafe
für einen 26-jährigen Beschuldigten. Der Wismarer soll
nur in geringem Maße an den Taten der kriminellen Vereinigung
beteiligt gewesen sein. Im Falle eines umfassenden Geständnisses
soll er mit maximal drei Jahren und neun Monaten Gefängnis
bestraft werden.
Der Beschuldigte, der zeitweise in der Sicherheitsfirma des Hauptangeklagten
gearbeitet hatte, äußerte sich nur schriftlich zu seiner
Tatbeteiligung. Der 26-Jährige werde keine Angaben über
die Täterschaft der Mitangeklagten machen, betonten seine Verteidiger.
Auch der 31-jährige Litauer als mutmaßlicher Kopf der
Bande, die jahrelang mit brutalen Mitteln ihre Stellung im Rotlichtmilieu
in Mecklenburg-Vorpommern verteidigt haben soll, nahm am Montag
schriftlich Stellung zu einigen Vorwürfen.
Den acht Männern und einer Frau werden rund 150 Delikte rund
um Prostitution, Schleusung und Geldwäsche vorgeworfen. Allein
das Verlesen der Anklageschrift hatte in der vergangenen Woche rund
drei Stunden gedauert. Mit Gewalt und Einschüchterungsmethoden
soll die Bande Prostituierte unter Druck gesetzt, Geschäftsleute
erpresst und Konkurrenten beseitigt haben. Der Prozess, der wegen
angekündigter Störungen von Sympathisanten der Angeklagten
unter strengen Sicherheitsvorkehrungen stattfindet, wird mindestens
ein Jahr dauern.
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