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Sonntag 18. Juni 2006, 16:15 Uhr
Sohn des letzten italienischen Königs
festgenommen
Rom (AP) Im Zuge von Ermittlungen gegen Prostitution und Korruption
ist der Sohn des letzten italienischen Königs verhaftet worden.
Die Fahnder hätten den 69-jährigen Victor Emmanuel gemeinsam
mit zwölf weiteren Personen ins Visier genommen, berichteten
die Nachrichtenagenturen ANSA und Apcom am Wochenende. Der Beschuldigte
selbst wies sämtliche Vorwürfe zurück.
Victor Emmanuel wurde den Berichten zufolge am Freitagnachmittag
in Varenna am Comer See verhaftet und in ein Gefängnis im süditalienischen
Potenza gebracht. Ihm würden Straftaten im Zusammenhang mit
der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Ausbeutung von Prostituierten
vorgeworfen. Die Gruppe habe Frauen an Kunden eines Spielcasinos
in der italienischen Enklave Campione D'Italia in der Schweiz vermittelt.
Außerdem gehe es um Korruption bei der Beschaffung der Lizenzen
für das Casino.
«Sie haben ihn wie einen Gauner geschnappt», zitierte
Apcom Emmanuel Filiberto, den Sohn des Festgenommenen. Er drohte
damit, sich aus Protest an das Tor des Gefängnisses anzuketten.
Victor Emmanuel selbst wurde mit den Worten zitiert: «Ich
bin unschuldig, absolut unschuldig.» Seine Frau Marina Doria
bezeichnete die Vorwürfe als Wahnsinn.
Der Haftbefehl wurde den Medienberichten zufolge von der Staatsanwaltschaft
in Potenza ausgestellt. Neben Victor Emmanuel seien auch ein Sprecher
des früheren Außenministers Gianfranco Fini sowie der
Bürgermeister von Campione D'Italia festgenommen worden. Von
den insgesamt 13 Verdächtigen seien sieben ins Gefängnis
gekommen und sechs unter Hausarrest gestellt worden.
Victor Emmanuel war bereits vor einiger Zeit für mehrere Wochen
in Haft. Ihm wurde der tödliche Schuss auf einen deutschen
Teenager vor Korsika im Jahre 1978 zur Last gelegt. Victor Emmanuel
wies jede Schuld zurück und wurde schließlich freigesprochen.
Der Sohn des letzten italienischen Königs und seine Familie
kehrten 2002 nach mehr als einem halben Jahrhundert im Exil nach
Italien zurück. Die männlichen Nachkommen von Humbert
II. waren zur Strafe für die königliche Unterstützung
der Faschisten 1946 ins Exil verbannt worden. Das Parlament hob
das Einreiseverbot im Juli 2002 schließlich auf. Victor Emmanuel
benutzt zwar noch den Titel Prinz, doch haben er und sein Sohn Emmanuel
Filiberto, die die meiste Zeit ihres Lebens in der Schweiz verbrachten,
auf den Thronanspruch verzichtet.
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