Mittwoch
18. Januar 2006, 21:00 Uhr
Kussmund-Schilder für Straßenstrich
in Tschechien
Prag (AFP) - Verkehrsschilder mit roten Kussmündern sollen
in der tschechischen Grenzstadt As künftig anzeigen, wo die
Straßenprostitution erlaubt ist. Die Schilder, die weltweit
wohl die ersten ihrer Art sind, sollen in den kommenden zwei Monaten
an einer ruhigen Ausfallstraße aufgestellt werden. Damit solle
das älteste Gewerbe der Welt an den Stadtrand gedrängt
werden, sagte Stadt-Sprecher Milan Vrbata.
Der Bürgermeister der 13.000-Einwohner-Stadt an der deutschen
Grenze, Dalibor Blazek, erklärte, die Kussmund-Schilder seien
eine vorübergehende Lösung, bis die tschechischen Gesetze
einen besseren Umgang mit Prostitution ermöglichten. Solange
diese nicht ganz aus der Stadt verbannt werden könne, werde
As mit seiner Übergangslösung eben als "weltweite
Kuriosität" dastehen.
Die Bürgermeisterin der nordtschechischen Stadt Dubi, Ilona
Smitkova, kritisierte derartige Maßnahmen hingegen als Werbung
für das horizontale Gewerbe. "Wir ziehen solche Schilder
für Prostituierte nicht in Betracht, wir werden nicht auch
noch Werbung für sie machen", sagte Smitkova der Zeitung
"Dnes".
In Dubi bieten an der nach Deutschland führenden Fernstraße
E55 zahlreiche Prostituierte ihre Dienste an. Seit dem Zusammenbruch
des Kommunismus sind viele tschechische Grenzorte Anziehungspunkte
für Sex-Touristen aus Deutschland und Österreich.
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