Dienstag
17. Januar 2006, 16:08 Uhr
Britische Regierung will Kleinbordelle zulassen
London (AP) Die britische Regierung will Kleinbordelle legalisieren,
um die Arbeitssicherheit für Prostituierte zu verbessern. Die
derzeitige Rechtslage, wonach nicht mehr als eine Frau in einem
Gebäude ihre Dienste anbieten darf, bringe die Prostituierten
in Gefahr, sagte die parlamentarische Staatssekretärin im Innenministerium,
Fiona Mactaggart, am Dienstag. Sie stellte einen Regierungsplan
zur Eindämmung von Prostitution vor.
Demzufolge soll Straßenprostitution stärker bekämpft
werden. Auch die so genannten Bordsteinraupen (curb crawlers), Freier,
die in ihren Autos auf der Suche nach käuflichem Sex durch
die Straßen fahren, will die Regierung nicht länger dulden.
«Ich ermutige keinesfalls den Handel von Frauenkörpern»,
sagte Mactaggart. Aber Frauen, die alleine in einem Haus als Prostituierte
arbeiten müssten, begäben sich in Gefahr. Das Ministerium
geht davon aus, dass etwa 80.000 Frauen in Großbritannien
im Rotlichtmilieu arbeiteten. Viele junge Frauen würden aus
Übersee nach England gebracht. Es ist illegal, auf der Straße
Freier zu werben. Erlaubt ist jedoch, in einer Wohnung zu arbeiten.
Ab zwei Frauen war die Einrichtung bislang als Bordell definiert
und verboten.
Die Regierung will zwei Ansätze verfolgen, um den Frauen zu
helfen: Zum einen sollen sie Anreize erhalten, aus ihrem Gewerbe
auszusteigen, und ihre Arbeitsbedingungen sollen sicherer gemacht
werden. Andererseits sollen Freier bestraft werden. So werde die
Polizei ermutigt, Männern, die offensichtlich mit ihren Autos
Prostituierte suchten, den Führerschein zu entziehen. Auch
könnten die Freier gezwungen werden, an speziellen Kursen teilzunehmen.
Mactaggart plädierte für eine gemeinsame, landesweite
Anstrengung zur Eindämmung von Prostitution. Erfolgreiche Initiativen
von einzelnen Polizeiabschnitten hätten lediglich dazu geführt,
dass die Rotlichtviertel umzögen.
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