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Donnerstag 9. November 2006, 11:16 Uhr
Neue Ermittlungen wegen Prostituiertenmorden
in den 70er Jahren
Heerlen/Aachen (ddp-nrw). Bei den Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen
Serienmörder rollt die Aachener Polizei auch zwei ungelöste
Prostituiertenmorde aus den 70er Jahren wieder auf. Die Mordkommission
reagiert damit auf ein Hilfeersuchen der Ermittler aus dem niederländischen
Heerlen, wie ein Aachener Polizeisprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur
ddp sagte.
In Heerlen sitzt ein 45-jähriger Mann in Haft, der im niederländischen
Grenzgebiet mindestens fünf Prostituierte ermordet haben soll.
Unter den Getöteten sind auch zwei Deutsche. Die Opfer wie
der Tatverdächtige bewegten sich im Drogenmilieu des Heerlener
Bahnhofsviertel. Derzeit sitzt der Mann wegen Beschaffungskriminalität
in Strafhaft.
Eine von ihm freiwillig abgegebene DNA-Probe decke sich mit Tatortspuren,
die an der Leiche einer 1992 getöteten Prostituierten sichergestellt
wurden. Daraufhin räumte der Mann die Tötung der Frau
ein, diese sei aber von ihm nicht beabsichtigt gewesen. Eine Verbindung
zu anderen ungeklärten Prostituiertenmorden in den Jahren zwischen
1992 und 2002 streitet der Beschuldigte ab.
Laut einem psychologischen Gutachten könnte der Mann allerdings
bereits als Jugendlicher Gewaltverbrechen verübt haben. Im
Zuge der Ermittlungen wurden deshalb alle ungelösten Prostituiertenmorde
im Grenzgebiet überprüft. Dabei stießen die Ermittler
auch auf zwei Fälle aus den Jahren 1974 und 1978 in der Region
Aachen.
«Wir setzen uns jetzt mit den niederländischen Ermittlern
zusammen und prüfen, ob bei diesen Taten Parallelen zu ihrem
Fällen gibt», erklärte der Sprecher der Aachener
Polizei. Auch werde geprüft, ob seinerzeit DNA-haltiges Spurenmaterial
gesichert wurde. Die Aufarbeitung der alten Fälle werde einige
Zeit in Anspruch nehmen, hieß es weiter.
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