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Dienstag 6. Juni 2006, 15:34 Uhr
Mann wegen lebensgefährlicher Sex-Spiele vor Gericht

Gießen (ddp-hes). Weil er beim Sado-Maso-Sex seine frühere Partnerin lebensgefährlich verletzt haben soll, muss sich ein 42-jähriger Mann seit Dienstag vor dem Landgericht Gießen verantworten. Die Vorwürfe lauten auf körperliche Misshandlung und versuchte Tötung.

Der arbeitslose Angeklagte soll seiner damaligen Freundin einen aufblasbaren Latexknebel in die Speiseröhre gerammt haben, wodurch diese schwere innere Verletzungen im Brustbereich erlitt. Darüber hinaus soll der 42-Jährige versucht haben, die Namensinitialien seiner Ex-Freundin mit einer Zigarette in deren Brüste zu brennen. Dabei verlor das Opfer laut Staatsanwaltschaft beide Brustwarzen. Das Urteil wird Mitte nächster Woche erwartet.

Im Mittelpunkt des Prozesses steht die Frage, wann Sado-Maso-Praktiken die strafrechtliche Schmerzgrenze überschreiten. Der Angeklagte verteidigte sich zum Prozessauftakt damit, seine Freundin und er hätten einen «Sklavenvertrag» unterzeichnet. Darin habe sie sich mit den Quälereien an ihrem Körper einverstanden erklärt. Den Gummiknebel habe sie versehentlich verschluckt, so der Angeklagte.

Richter Bruno Dimel entgegnete, das medizinische Gutachten widerspreche dieser Version, der Knebel sei mutwillig in die Speiseröhre geschoben worden.

Laut dem 42-Jährigen hatte das Opfer mit den Sado-Maso-Spielen angefangen: «Ich empfand keine Befriedigung, ich war nur in diese Frau verliebt.» Allerdings räumte der Angeklagte ein, die Ideen für neue Praktiken geliefert zu haben. Er habe die Vorschläge nur dahergesagt, eher «als Gaudi», seine Ex habe dann auf die Umsetzung bestanden.

Das Pärchen hatte sich Anfang der 90er Jahre in einem ostdeutschen Bordell kennen gelernt, in dem er Freier und sie Prostituierte war.

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