Montag
23. Mai 2005, 13:05 Uhr
Überraschendes Geständnis
Köln (ddp-nrw). Mit einem überraschenden Geständnis
ist am Montag vor dem Kölner Landgericht der Prozess um eine
getötete Prostituierte fortgesetzt worden. Bisher hatte der
39-jährige wegen Mordes angeklagte Gärtnereigehilfe auf
Anraten seiner Verteidigung eisern geschwiegen. Nachdem das Gericht
allerdings zuvor deutlich machte, dass neben einer Verurteilung
zu lebenslanger Haft auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt
werden könnte, hatte es sich die Verteidigung offensichtlich
anders überlegt.
Zumal ihre Verteidigungsstrategie, ein Urteil wegen Totschlags
und nicht wegen Mordes anzustreben, nur dann aufgehen kann, wenn
eine entsprechende Einlassung des Angeklagten vorliegt.
Nach Aussage des Täters will er sein 55-jähriges Opfer
in einer Art emotionaler Ausnahmesituation getötet haben. Die
Frau habe ihn beim Diebstahl ihrer Geldbörse überrascht,
dann gepackt und so festgehalten, dass er «in Panik geraten
sei». Deshalb habe er auf sie eingestochen, ohne sie töten
zu wollen.
Das Gericht will noch in dieser Woche das Urteil gegen den bereits
einmal wegen Mordes verurteilten Mannes verkünden. Vor knapp
zwanzig Jahren war der Gärtner damals nach Jugendstrafrecht
zu acht Jahren Haft verurteilt worden.
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