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Freitag 20. Mai 2005, 11:18 Uhr
Fahndungsdruck - Polizei nimmt 79 Personen fest

Gießen (ddp-hes). Hessens Polizei macht weiter Druck auf potenzielle Straftäter. Zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres wurden bei einer landesweiten Razzia Tausende Personen und Fahrzeuge überprüft. Die Beamten nahmen dabei 79 Personen vorläufig fest, von denen 9 bereits mit Haftbefehl gesucht wurden. Innenminister Volker Bouffier (CDU) sagte zum Abschluss der 24-stündigen Kontrollen am Freitag in Wiesbaden, es habe sich erneut bestätigt, dass Hessen ein «Ziel- und Durchfahrtsland für Straftäter aus allen Deliktsfeldern» sei.

Bei der von Donnerstagmorbis Freitagfrüh dauernden Aktion waren laut Bouffier knapp 1500 Beamte im Einsatz. Neben der Landespolizei beteiligten sich auch Bundesgrenzschutz und Zoll. Schwerpunkt der Razzia waren die Straßen des Landes. Auf Autobahnen und Bundesstraßen wurden Pkw und Lastwagen herausgewunken. Außer Straftätern zogen die Beamten dabei auch etliche Wagen mit Sicherheitsmängeln aus dem Verkehr. Die Polizei registrierte 16 Verstöße beim Transport von Gefahrgut und 277 Fahrzeuge mit technischen Defekten.

Ausweisen mussten sich auch Zugreisende sowie Passanten in Bahnhöfen und in den Innenstädten. In Mittelhessen durchsuchte die Polizei zusätzlich Wohnungen, die von Prostituierten genutzt werden. Dabei trafen die Beamten in Gießen auf elf Frauen, die außerhalb des Sperrgebietes der Prostitution nachgingen. Zwei Russinnen, die sich illegal in Deutschland aufhalten, wurden vorläufig festgenommen.

Der Frankfurter Polizei gingen vier Polen ins Netz, in deren Auto Diebesgut im Wert von 50 000 Euro lagerte. In Waldsolms (Lahn-Dill-Kreis) klickten bei einem 25-jähriger Iraker die Handschellen, der wegen schwerer Brandstiftung mit Haftbefehl gesucht wurde. Einen ähnlichen Fang machte die Polizei in Nordhessen: Sie nahm einen rumänischen Serieneinbrecher fest, nach dem das bayerische Landeskriminalamt fahndete.

Der Innenminister warb bei den Bürgern erneut um Verständnis für die Kontrollen, durch die es in Einzelfällen zu Wartezeiten gekommen sei. Zugleich kündigte Bouffier weitere derartige Fahndungsaktionen an. Den landesweiten Kontrolltag hatte die Polizei erstmals Mitte Dezember vergangenen Jahres veranstaltet.

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