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Mittwoch 18. Mai 2005, 08:47 Uhr
Winterhude: Bordelle im Wohngebiet
Illegal: Die Prostituierten nutzen meist Souterrain-Wohnungen. Nachbarn
sind verärgert, das Bezirksamt ist nahezu machtlos.
Sie befinden sich mitten im beschaulichen Winterhude. Souterrain-Wohnungen,
die nach außen hin nichts Ungewöhnliches erkennen lassen.
Doch hinter den mit Gardinen verhängten Fenstern verstecken
sich kleine Bordelle. Etwa zwölf Stück gibt es in dem
Viertel - und es ist kein Ende in Sicht.
Zwar hat das zuständige Bezirksamt Nord vor einigen Wochen
zehn der Etablissements dicht gemacht. Begründung: "Illegale
gewerbliche Nutzung privaten Wohnraums". Doch die größtenteils
aus Osteuropa stammenden Prostituierten lassen sich dadurch nicht
von ihrer Arbeit abbringen.
Kurzerhand haben sie ihr Gewerbe in die Nachbarstraßen des
Stadtteils verlegt. Statt an der Herderstraße, der Mozartstraße
oder der Humboldstraße sind sie jetzt am Winterhuder Weg,
an der Geibelstraße, der Gertigstraße oder der Maria-Louisen-Straße
zu finden.
"Hier stehen oft wartende Männer vor der Tür",
sagen Kristine Bier (22) und Anne Reich (23), die zwischen drei
Bordellen am Winterhuder Weg wohnen. "Besonders abends ist
das schon ziemlich unangenehm." Manchmal komme es sogar vor,
daß sich die Besucher in der Tür vertun. "Bei mir
standen schon einmal zwei Männer vor der Tür und fragten,
ob ich frei sei", sagt eine Anwohnerin. "Kein schönes
Erlebnis."
Das Bezirksamt versucht weiterhin, gegen das illegale Treiben vorzugehen.
"In einem Wohngebiet ist Prostitution nicht zulässig",
sagt Sprecher Peter Hansen. "Darum werden wir diese Ballung
auch nicht tolerieren."
Doch noch immer stehen auf den Klingelschildern Namen wie Bianca,
Maja, Ira oder Anna. An den Türen brennen weiterhin Lampen
- als Zeichen, daß frei ist und der Kunde reinkommen kann.
Und ständig wechseln sich mit gesenktem Kopf eintretende männliche
Besucher ab.
"Dieses Gewerbe wird man hier einfach nicht los", sagt
Michael Rasmussen (41), dessen Handwerksbetrieb sich neben einem
der kleinen Bordelle befindet. "Sobald ein Laden dichtgemacht
wird, übernimmt einfach ein neuer Besitzer. Die wechseln sich
untereinander ab."
Grund für die Häufung in dem Winterhuder Viertel ist
vermutliich die schwierige Vermietungssituation. Viele der Souterrain-Wohnungen
stehen leer.
"Die Vermieter sind froh über jeden, der dort einzieht",
sagt ein Anwohner. "An die übrigen Mieter denken sie dabei
nicht."
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(Quelle: abendblatt.de)
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