Dienstag
18. Januar 2005, 11:21 Uhr
Neustart - Menschenhändler-Prozess beginnt
am Donnerstag von vorn
Frankfurt (Oder)
(ddp-lbg). Der Mammutprozess gegen eine mutmaßliche Menschenhändlerbande
vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) wird neu aufgerollt. Nach vier
Prozesstagen wurde das Verfahren ausgesetzt, wie ein Gerichtssprecher
am Dienstag sagte. Am Donnerstag beginne der Prozess mit der Anklageverlesung
noch einmal von vorn. Zur Begründung führte das Gericht
an, dass wegen der Länge des voraussichtlich bis Ende Mai dauernden
Verfahrens eine Ergänzungsrichterin beigeordnet werde. Diese
müsse aber von Beginn an dabei sein.
In dem Verfahren
sind ein Ukrainer, eine Lettin und ein Deutscher des Menschenhandels,
der Ausbeutung von Prostituierten und der Urkundenfälschung
angeklagt. Die Bande soll zwischen 1999 und Anfang 2004 über
100 Frauen in der Ukraine und Lettland angeworben, nach Deutschland
gebracht und hier in Bordellen zur Prostitution gezwungen haben.
Nach
Angaben der «Märkischen Oderzeitung» ist eine Richterin
der Strafkammer schwanger und kann daher den Prozess nicht bis zum
Schluss durchführen. Jetzt sei noch Gelegenheit, das Anfang
Januar begonnene Verfahren mit einem geringeren Kostenaufwand von
vorn zu beginnen, als das im April oder Mai der Fall gewesen wäre,
sagte der Sprecher. In dem Verfahren sind mehr als 30 Prozesstage
angesetzt.
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