Donnerstag
14. April 2005, 10:03 Uhr
Zahlreiche Festnahmen bei Razzien gegen Menschenhändler
Wiesbaden (AP) Bei einer groß angelegten Razzia gegen einen
bulgarischen Menschenhändler-Ring haben Ermittler 37 Menschen
festgenommen. Wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Donnerstag mitteilte,
durchsuchten etwa 320 Polizisten am Mittwoch in Hannover, Hamburg,
Köln und Gießen Wohnungen und «bordellartige Betriebe».
31 Verdächtige, davon 15 Frauen, seien vorläufig festgenommen
worden. Gegen sechs weitere Beschuldigte bestand demnach bereits
Haftbefehl. Ihnen wird Menschenhandel, Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz
und illegale Prostitution vorgeworfen.
In Bulgarien wurden laut BKA drei Personen festgenommen, darunter
der Hintermann der Menschenhändlerorganisation. Die Staatsanwaltschaften
Hannover, Hamburg und Köln ermittelten gemeinsam mit den bulgarischen
Behörden seit mehreren Monaten gemeinsam gegen eine Organisation,
die bulgarische Frauen türkischer Abstammung nach Westeuropa
schleuste. Die Opfer seien nach Deutschland, Belgien, in die Niederlande
oder Frankreich gebracht und zur illegalen Prostitution gezwungen
worden. Einige Frauen seien über den Grund der Einreise getäuscht
und durch Bedrohungen oder Gewaltanwendung gefügig gemacht
worden.
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