|
Mittwoch
8. Juni 2005, 13:24 Uhr
Prostituierte bekommen „Stichboxen“
zur WM
„Das Runde muss ins Eckige“ ist wohl einer berühmtesten
Fußballersprüche. Doch zur Fußball-WM 2006 muss voraussichtlich
sehr häufig etwas ganz Anderes ganz woanders rein. Die Frage
ist nur, wo das passieren kann. Die Lösung: Am Straßenstrich
von Dortmund werden so genannte Verrichtungsboxen aufgestellt!
Was aussieht wie eine einfache Garage, ist in Wahrheit der Platz,
wo sich Männerträume erfüllen sollen. Gemeinsamkeit
mit der Garage: Die Stoßdämpfer werden heftig getestet,
denn hier fahren Freier mit ihrem Wagen hinein, um bei einer Prostituierten
einen Treffer zu setzen.
Flach legen statt Ball flach halten
Die Verrichtungsboxen sollen den Straßenstrich im Zaum halten.
Bis zu 40.000 Damen des horizontalen Gewerbes könnten extra
zur WM nach Deutschland reisen, um den Fußballfans ihren ganz
persönlichen Treffer zu gönnen. Und damit jeder ungestört
zum Schuss kommt und die öffentliche Ordnung nicht darunter
leidet, nimmt man sich der sexuellen Notdurft jetzt von städtischer
Seite an. Es wird ein privater Betreiber gesucht, der auf einem
Bahngelände in der Nähe des Dortmunder Straßenstrichs
diese „geilen Garagen“ samt Container mit sanitären
Einrichtungen aufstellt, falls die Bahn mitspielt.
Reger Verkehr
In Köln hat man mit diesen Boxen bereits beste Erfahrungen
gemacht. Hier ist es gelungen, den Straßenstrich, der sich
in einer noblen Wohngegend, in der sich auch das Oberlandesgericht
befindet, breit gemacht hat, zurückzudrängen.
Die Idee stammt aus Holland: Das so genannte Ütrechter Modell
wurde in Köln bereits im Oktober 2001 umgesetzt. Aus der noblen
Gegend wurde der Straßenstrich auf ein 300 Meter langes Straßenstück
im Norden verlagert, auf dem angrenzenden städtischen Grundstück
befinden sich in einer alten Scheune acht Verrichtungsboxen, die
man in Holland „Stichboxen“ nennt. Betreut wird der
horizontale Tummelplatz von Polizei, Ordnungsamt und dem sozialen
Dienst der katholischen Frauen. „Unser Ziel ist es, die meist
süchtigen Frauen aus der Sucht und in weiterer Folge aus ihrem
Job herauszuholen“, so Ordnungsamtsleiter Robert Kilp.
Insgesamt 200 Prostituierte arbeiten im "betreuten Beischlaf",
allerdings nicht alle gleichzeitig. „Manche kommen 3 Stunden
pro Woche, andere 12 Stunden am Tag sieben Tage die Woche“,
so ein Sprecher. Von 12 Uhr mittags bis 2 Uhr nachts pilgern Hunderte
Autos über das Gelände. „Wie viele Geschäftsabschlüsse
getätigt werden, haben wir nicht erhoben, die Damen sollen
sich nicht beobachtet fühlen.“
Und: Friedlich ist es, schließlich ist die Polizei immer
in der Nähe. Außerdem kann einem kein Passant, der zufälig
am schaukelnden Auto vorbeikommt, zuschauen...
zurück
(Quelle: krone.at)
|