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Mittwoch 29. September 2004, 09:14 Uhr
Fast ein Geständnis

Im Prozess um den Rotlichtpaten soll noch in dieser Woche das Urteil gesprochen werden.

Zu Prozessbeginn ist schon das Ende abzusehen. Am zweiten Verhandlungstag gegen den Rotlichtpaten Necati A. (32) und einen Komplizen haben Staatsanwalt und Verteidigung schon plädiert. Zuvor hatten beide Angeklagte eine Art Geständnis zu Protokoll gegeben.

„Wir treten der Anklage nicht entgegen und machen im Übrigen keine weiteren Angaben“- so klingt es, wenn ein Angeklagter vom Kaliber eines Schwerkriminellen nach Beratung mit seinem Anwalt zu Vorwürfen Stellung nimmt. Necati A. - genannt Neco - scheut jedes Wort und sitzt mit undurchdringlicher Miene im Saal. Selbst wenn der Vorsitzende Richter ihn persönlich anspricht, lässt der einstige König des Kölner Türsteher- und Rotlichtmilieus seinen Anwalt reden.

Dafür zeigt A. in den Verhandlungspausen, dass er sprechen kann. Vor den Augen zahlreicher Zivilfahnder und Sicherheitskräfte plaudert Neco ungestört mit seinem Komplizen. Der Staatsanwalt zieht am Ende der Beweisaufnahme gleichwohl eine positive Bilanz und bezieht sich auf die Rechtsgespräche zwischen den Prozessbeteiligten: Er spricht von einem „glaubhaften Geständnis“, das „in der Szene eigentlich nicht üblich ist“. Beide Angeklagten seien „über ihren eigenen Schatten gesprungen“. Dies müsse positiv zu Buche schlagen.

„Aber wir haben es eben auch nicht mit unbeschriebenen Blättern zu tun“, kam der Ankläger zu den strafverschärfenden Aspekten. Als „Rädelsführer einer kriminellen Vereinigung“ hätten die Angeklagten die Vorherrschaft im Türstehermilieu brutal erzwungen. Für die „ausbeuterische und dirigistische Zuhälterei, Förderung der Prostitution und gefährliche Körperverletzung“ fordert der Staatsanwalt für A. neun Jahre Haft; der Komplize soll acht Jahre und neun Monate erhalten. Die Verteidiger fordern knapp eine „gerechte Strafe“. Im Zuschauerraum macht sich Unmut breit: „Neun Jahre - für was denn bloß, es gibt keine Leichen“, mault ein Sympathisant. Das Urteil soll am Donnerstag gesprochen werden.

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