Mittwoch
28. Juli 2004, 16:26 Uhr
Umzug perfekt - Bordellchefin übergibt
Deutschlandfahne
Halle/Augustdorf (ddp-lsa). Der Umzug der vom Bundestag ausgemusterten
Deutschlandfahne vom Dach eines Bordells in Halle an der Saale zu
einem Unternehmen in Westfalen ist perfekt. Bordellchefin Christine
Schmittroth übergab am Mittwoch in Halle das schwarz-rot-goldene
Stück Stoff an den Chef der TeutoGlas GmbH aus Augustdorf,
Berthold Dobbe. Der Unternehmer hatte am Samstag die Fahne für
16 050 Euro im Internet ersteigert. Sie hatte nach ihrem Dienst
auf einem der Türme des Reichstages in Berlin nur kurz vom
Dach des X-Carree in Halle geweht.
«Da ist das gute Stück», sagte Schmittroth und
überreichte die in Folie und sorgfältig mit schwarz-rot-gelben
Bändern verschnürte Deutschland-Fahne an den neuen Besitzer.
«Ich hoffe, sie haben damit viel Glück», wünschte
die 42-Jährige. Sie äußerte sich «sehr erleichtert»
über den Verkauf der Fahne, mit der es mehrfach Ärger
gegeben hatte. Selbst die Staatsanwaltschaft musste sich mit dem
symbolträchtigen Stück Stoff befassen, nachdem Schmittroth
vorgeworfen worden war, ein Symbol des Staates zu verunglimpfen.
Jetzt kehre wieder Ruhe ein, meinte sie mit Blick auf den Medienrummel
der vergangenen Wochen. Andererseits freue sie sich auch, dass die
Fahne für einen guten Preis versteigert worden und damit der
Erlös für den Verein zur Förderung krebskranker Kinder
recht hoch sei.
Dobbe befand sich bis Dienstag im Urlaub in Kroatien. Beim Versteigerungsende
am Samstagmorgen um 3.59 Uhr habe er auf einem Schiff gesessen und
der Dinge geharrt. Inzwischen habe er auch eine Firma gefunden,
die den Masten für die 6,40 mal 4,50 Meter große Fahne
auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes seiner Firma errichten
soll. Mitte September solle die Fahne gehisst werden. Für den
feierlichen Akt sprach der Firmenchef eine Einladung an die Bordellchefin
aus.
Die
Deutschlandflagge hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt,
nachdem sie Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) vom
Reichstagsgebäude eingeholt, wegen kleiner Beschädigungen
ausgemustert und im Internet erstmals zur Versteigerung angeboten
hatte. 3350 Euro hatte Schmittroth gezahlt.
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