Dienstag
24. August 2004, 15:43 Uhr
34 Jahre nach Prostituierten-Mord: Täter
angeklagt
Konstanz (ddp-bwb).
Mehr als 34 Jahre nach dem Mord an einer Prostituierten in Konstanz
hat die Staatsanwaltschaft jetzt den Tatverdächtigen angeklagt.
Fingerabdrücke und eine DNA-Analyse hatten es nach Mitteilung
vom Dienstag ermöglicht, den 55-Jährigen aus Celle zu
überführen. Der Verdächtige hat den äußeren
Ablauf der Tat zum Teil eingeräumt, wie Oberstaatsanwalt Jens
Gruhl auf ddp-Anfrage mitteilte. Die Tat wäre nach der langen
Zeit nur dann noch zu ahnden, wenn es sich um Mord handelte, der
nicht verjährt. Mordmotive hat der 55-Jährige nach Aussage
von Gruhl daher nicht zugegeben
Das damals 41-jährige
Opfer war am 20. Juli 1970 erdrosselt in seinem Apartement gefunden
worden. Um den Hals der Frau waren ein Damenstrumpf und ein Elektrokabel
gewickelt. Die fast unbekleidete Leiche war zudem mit Blumen «dekoriert».
500 Mark Bargeld hatte der Täter aus dem Geldbeutel der Frau
gestohlen. Die Polizei nahm einen Lust- oder Raubmord an.
Dem
zur Tatzeit 21-jährigen Verdächtigen kam man nun auf die
Spur, nachdem kürzlich in Niedersachsen seine Fingerabdrücke
abgenommen und mit den Konstanzer Spuren verglichen worden waren.
Aus den Akten ergaben sich laut Staatsanwaltschaft viele Informationen
über den Mann, der inzwischen im niedersächsischen Peine
lebte. Zudem konnte ihm durch DNA-Analyse eine Speichelspur zugeordnet
werden, die er in der Wohnung der Prostituierten hinterlassen hatte.
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