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Montag 21.06.2004
Straßenstrich: Ärger ohne Ende
Huren, Freier und Anwohner wollen ein anderes Konzept

Düsseldorf – Die Freier und Huren schimpfen, die Anwohner sind empört, und die Politiker zucken hilflos mit den Schultern: Dauer-Knatsch um Düsseldorfs (verbotene) Sex-Meile Charlottenstraße. Seit Jahren versucht die Stadt, den Straßenstrich zu unterbinden – vergebens.

Jürgen P. (39) wohnt auf der Charlottenstraße – und ist entsetzt: „Es ist alles noch schlimmer geworden. Meine Frau lasse ich wegen der vielen Freier gar nicht mehr alleine durch die Straße laufen. Auch ich werde von allen Seiten angequatscht, wenn ich abends von der Arbeit nach Hause komme. Unfassbar, dass da nichts passiert.“

Dabei wollte die Stadt den Strich-Verkehr mit Sex-Knöllchen à 250 € lahmlegen. Jeder Mann, der verdächtig lange durch die Charlottenstraße kurvt, Bordscheinschwalben anspricht, soll vom Ordnungs- und Sozialdienst erfasst, belehrt und abkassiert werden.

„Wir machen den Freiern so viel Stress wie möglich“, verspricht Herbert Windhövel, Referent des Ordnungsdezernenten Werner Leonhardt.

Trotzdem scheinen die Huren immer mehr Kunden anzulocken. 2003 wurden 218 Freier erfasst, in diesem Jahr sind es bis jetzt schon 178!

Die Freier geben sich im Internet gegenseitig Tipps, wie man diese Sex-Kontrollen unbeschadet übersteht. „Wenn die einen auf der Charlottenstraße anhalten, dann sagt man einfach, dass man da einen Parkplatz sucht. Das kann eben dauern“, sagt Erwin P.

Aus taktischen Gründen empfiehlt Heinz R., „zu Fuß zu pirschen und bei Beutefang mit betreffender Hure zum Wagen zu gehen“. Anton S. (alle Namen geändert) ist sich jedenfalls sicher: „Die Charlottenstraße ist noch lange nicht tot. Im Moment gehen viele neue Mädchen dort anschaffen.“

Hilflos stehen die Huren dem Dauer-Knatsch um ihren Arbeitsplatz gegenüber. „Wir tun hier doch keinem was, wollen nur unser Geld verdienen“, meint Prostituierte Sara (22). Und Claudia (26) stöhnt: „Wir würden ja woanders anschaffen gehen, aber wo denn? In den Bordellen haben die Zuhälter das Sagen. Und für die will keine von uns malochen gehen.“

Während die CDU einen „offiziellen“ Strich weiter für „unappetitlich“ hält, fordert die SPD endlich einen Vorstoß. Fraktionsvorsitzender Günter Wurm: „Der illegale Straßenstrich muss beseitigt und zum Schutz der Frauen legalisiert werden.“

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