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Freitag 18. Juni 2004, 13:26 Uhr
Unicef-Aktionstag gegen Kinderhandel mit Christina Rau

Berlin (AP) Die Frau des scheidenden Bundespräsidenten, Christina Rau, hat zum internationalen Kampf gegen Kinderhandel aufgerufen. «Wir müssen Licht in diese dunklen Geschäfte bringen, denn Kinderhandel ist eine der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen. Diese Verbrechen müssen grenzüberschreitend bekämpft werden», forderte sie am Freitag als Unicef-Schirmherrin vor dem Berliner Reichstag. Gemeinsam mit 34 Grundschülern startete sie einen bundesweiten Unicef-Aktionstag.

Mit Aktionen in 96 Städten unter dem Motto «Kinder sind unverkäuflich !» wollte Unicef auf den weltweiten Kinderhandel aufmerksam machen. Für die Kampagne wurden tausende schwarze Pappfiguren mit dem Schriftzug «Unverkäuflich!» aufgestellt. Über 5.000 Kinder und Jugendliche sollten sich an Sternmärschen, Stadtläufen, Menschenketten, Theaterstücken, Musikgruppen und anderen Veranstaltungen beteiligen.

Außerdem sollten weitere Unterschriften für eine wirkungsvollere Strafverfolgung von Kinderhändlern gesammelt werden. Seit Februar 2003 haben laut Unicef mehr als 250.000 Menschen die Forderungen unterzeichnet. Im kommenden Herbst solle die Unterschriftenliste an die Bundesregierung übergeben werden. Damit soll Berlin unter anderem aufgefordert werden, den Rahmenbeschluss des Europäischen Rates zur Bekämpfung des Menschenhandels in nationales Recht umzusetzen. Rau äußerte die Hoffnung, dass Deutschland als reiches Land eine Vorreiterrolle bei grenzüberschreitenden Gesetzesinitiativen gegen Kinderhandel spiele.

Weltweite Aufklärung sei bei diesem Thema sehr wichtig, sagte die Unicef-Schirmherrin. Viele Regionen würden aus Angst vor Einbußen im Tourismus die kriminellen Machenschaften von Menschenhändlern verschweigen. Bei Besuchen von Unicef-Projekten in Kambodscha und Benin habe es sie erschreckt, wie jung viele der verkauften Kinder seien. «Sie können sich oft nicht einmal an den Namen ihres Heimatdorfes erinnern,» sagte Rau. Unicef machte darauf aufmerksam, dass auch in Deutschland Opfer von Kinderhandel besonderen Schutz benötigten und nicht vorschnell abgeschoben werden dürften.

Nach Schätzungen von Unicef werden täglich 3.000 Kinder von Menschenhändlern verkauft und als Prostituierte oder Arbeitssklaven missbraucht. Kinderhandel habe sich zu einem weltweiten Milliardengeschäft entwickelt. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass Menschenhandel nach Waffen- und Drogenhandel der drittgrößte illegale Wirtschaftszweig ist. Neben Rau engagieren sich auch andere Prominente wie Roger Moore, Robbie Williams oder Katja Riemann gegen diese moderne Form des Sklavenhandels.

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http://www.unicef.de

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