Dienstag
14. September 2004
Die Huren-Malerin von Berlin
Erschossen – war es der Sohn?
Berlin – Die Malerin lag tot in ihrer Wohnung. Eine Kugel im
Kopf. Sie war so nackt wie die Huren, die sie immer malte.
Der mysteriöse Tod der Berliner Künstlerin Beate K. (58).
Um 9.06 Uhr ging der Notruf bei der Polizei ein. Sohn Max (23) war
am Apparat.
Vor dem Anruf
soll er eine halbe Stunde neben seiner toten Mutter in der Diele
gesessen haben.
Als die Polizei
kam, nahmen die Beamten den Sohn fest. „Ich bin unschuldig,
habe nichts mit der Sache zu tun“, sagte er.
Nachbarn sagen,
dass es zwischen Mutter und Sohn oft Streit gegeben haben soll.
Ein ehemaliger
Mitschüler beschreibt Max als Einzelgänger, „ein
schwieriger Typ“. Sein Hobby: Schießen. Er ist Sportschütze,
hat eine Waffenbesitzkarte. Oft soll er zu seiner Oma nach Baden-Württemberg
gefahren sein, dort gejagt haben.
„Die erste Obduktion hat ergeben, dass die Frau von einem
Schuss aus unmittelbarer Nähe getötet wurde“, so
der Staatsanwalt.
Warum war die Malerin, die am Straßenstrich ihre Modelle
suchte, nackt, als die Polizei sie fand? Frühmorgens hatte
sie noch beim Kiosk an der Ecke Brötchen gekauft.
Die Künstlerin, deren Bilder bis zu 2300 Euro kosten, benutzte
eine besondere Technik. Sie trug die Farbe auf, entfernte sie, trug
sie wieder auf. „Werden, vergehen, werden“ – das
war ihr Lebensprinzip.
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