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Montag 13. September 2004
Killerauftrag im Rotlicht-Krieg: Neuer Verdacht

WAZ Essen. Eigentlich habe er nur zum Schein zugesagt, den Essener Rotlicht-König Hans-Günther de Beyer (51) zu töten. Das hatte Sedat S. (37) vor dem Schwurgericht Essen beteuert. Doch am Montag gab es neue Verdachtsmomente.

Im Streit um 14 Edelbordelle im Ruhrgebiet hatten frühere Geschäftspartner des Esseners laut Anklage einen in Belgien wohnenden Türken engagiert. Fakt ist, dass sie ihn am 11. September 2003 nach Essen-Kray holten, damit er dort seinen Mordauftrag für 10 000 Euro durchführen sollte. Damals war Sedat S. kurz festgenommen worden. Im Prozess behauptete er, dass er da bereits auf dem Rückweg gewesen sei: "Ich wollte nicht töten, ich bin kein Killer."

Richter Esders spricht jetzt aber ein Telefonat an, das am 13. September 2003, also zwei Tage später, abgehört wurde. Da erkundigt Sedat S. sich bei seinem Auftraggeber, ob "das gesuchte Mädchen hin und wieder eine Brille" trage. Der Angerufene verspricht ihm für das Finden "der Person" 10 000 Euro. Darauf Sedat: "Wenn ich ganz sicher bin, dann erledige ich die Sache."

Offenbar drängt sich dem Gericht der Verdacht auf, dass Sedat S. nach seinem erfolglose ersten Versuch erneut ins Ruhrgebiet reiste, um die Tat zu vollenden. Doch Sedat S. beteuert, es sei ein neuer Auftrag gewesen: Er habe nur eine frühere Freundin suchen sollen, die er in Antwerpen gefunden habe. Jetzt will Esders prüfen lassen, wo das Handytelefonat geführt wurde: in Belgien oder Deutschland.

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