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Montag 12. April 2004, 09:02 Uhr
Sachsen plant Ermittlungsgruppe gegen deutsche Sextouristen

Dresden (AP) Mit einer speziellen Ermittlungsgruppe will die sächsische Regierung gegen deutsche Freier vorgehen, die tschechischen Grenzgebiet Kinder und Jugendliche sexuell missbrauchen. Die Ermittlungsgruppe soll bei der Staatsanwaltschaft Plauen und der dortigen Polizeidirektion angebunden sein, wie der zuständige Beauftragte des Innenministeriums, Axel Teichmann, in Dresden der Nachrichtenagentur AP sagte.

Diese Behörden verfolgten schon jetzt schwerpunktmäßig Straftaten deutscher Sextouristen im tschechischen Grenzgebiet gegenüber Sachsen, hieß es. In dem Gebiet gibt es seit Jahren eine Prostituiertenszene, die besonders im Bereich der Grenzübergänge stark entwickelt ist, beispielsweise im Raum Cheb (Eger).

Teichmann sagte, es sei vorgesehen, die Ermittlungsgruppe gemeinsam mit Tschechien aufzubauen. Er verwies aber darauf, dass die Beweisführung sehr schwierig sei, weil betroffene Kinder und andere Opfer aus Angst zu schweigen pflegten. Bisher gebe es nur Fälle, in denen ein Anfangsverdacht bestehe, jedoch keine Aussagen von Geschädigten existierten, die vor einem deutschen Gericht verwertet werden könnten. Hinzu komme die unterschiedliche Rechtslage in Deutschland und Tschechien. Nach tschechischem Recht sei man bereits mit Vollendung des 15. Lebensjahrs volljährig.

Seit 1997 gebe es Gespräche zwischen der Bundesregierung, Sachsen und Bayern sowie der Regierung in Prag, berichtete Teichmann. Die tschechische Regierung teile nicht die Lagebeurteilung der deutschen Behörden. Nach Auffassung deutscher Fachleute sei das Ausmaß der Kinderprostitution in Tschechien ein ernstes Problem, dem nachgegangen werden müsse.

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