Montag
11. Oktober 2004, 08:16 Uhr
Prostituierte in Ehrenfeld erstochen
Nachbarn hatten
die Schreie des Opfers gehört - doch die Hilfe kam zu spät.
In ihrer Ehrenfelder Wohnung ist am Freitagabend eine 55-jährige
Frau erstochen worden. Nachbarn hatten gegen 22 Uhr die Hilfeschreie
der Bewohnerin gehört und die Polizei alarmiert. Doch die Hilfe
kam zu spät: Die Beamten entdeckten die Frau blutüberströmt
in ihrer Wohnung, der Notarzt konnte nur noch ihren Tod feststellen.
Vor dem Haus in der Simrockstraße lief der Polizei ein 39-jähriger
Mann in die Arme, der unter Tatverdacht festgenommen wurde. Inzwischen
hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Mordes beantragt. Der
mutmaßliche Täter befindet sich in Untersuchungshaft.
Offenbar handelt
es sich bei der Bluttat um den Mord an einer Prostituierten. Nach
bisherigen Erkenntnissen der Ermittler soll die Frau in ihrer Wohnung
regelmäßig Freier empfangen haben. Am Freitagabend öffnete
die Frau einem 39-jährigen Mann die Tür - wenig später
war sie tot. „Es war eine kurze und heftige Auseinandersetzung
zu hören. Dann schrie die Frau um Hilfe, anschließend
war es still“, berichtet ein Hausbewohner. An der Täterschaft
des 39-Jährigen haben die Ermittler anscheinend keine Zweifel.
Offenbar befanden sich Blutspuren des Opfers an der Kleidung des
Mannes. Zu den Hintergründen der Tat will die Staatsanwaltschaft
heute nähere Einzelheiten bekannt geben.
Immer
wieder sind in der Vergangenheit in Köln Prostituierte Opfer
brutaler Freier geworden. Im Sommer 2003 war eine Frau im Westcenter
in Ehrenfeld von einem Unbekannten erstochen worden. Mehrfach sind
auch Prostituierte auf dem Straßenstrich an der Brühler
Landstraße misshandelt oder getötet worden. Erst in der
vergangenen Woche hat die Polizei bei Verkehrskontrollen in Poll
nach einem Mann gesucht, der vor einem Monat eine Prostituierte
gefesselt, geschlagen und vergewaltigt hatte.
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