Donnerstag
8. Juli 2004, 14:33 Uhr
Im Internet ersteigerte Deutschland-Flagge
sorgt für Wirbel
Halle (dpa)
- Eine im Internet ersteigerte Deutschland-Flagge aus dem Reichstagsgebäude
weht nicht mehr auf einem Bordell in Halle. Bordell-Chefin Christine
Schmittroth gibt nach Protesten auf.
Die «Bild»-Zeitung
Halle hatte berichtet, die Fahne werde im Internet-Auktionshaus
eBay zur erneuten Versteigerung angeboten. Das Startgebot liegt
bei 2000 Euro. Der Erlös aus der Versteigerung soll zur Hälfte
an den Verein zur Förderung krebskranker Kinder in Halle gehen.
Mit der Ersteigerung
der Fahne seien kontroverse Diskussionen ausgelöst worden,
teilte Schmittroth über das Internet mit. Die aus Bayern stammende
gelernte Versicherungskauffrau hatte die Fahne vor gut einem Monat
auf der Auktionsplattform des Zolls ersteigert und der Bundestagsverwaltung
damit 3350 Euro in die Kasse gespült. Schmittroth hatte sich
von der Flagge einen Werbegag für ihr Haus versprochen. Zu
besonderen Anlässen sollte die Fahne über dem Bordell
wehen.
Nun
sah sich die 42-jährige Chefin unter anderem einer Anzeige
wegen Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole gegenüber.
Ein hallescher Stadtrat drohte nach ihren Angaben zudem indirekt
mit der Schließung des Bordells. Auch anonyme Drohanrufe habe
es gegeben. Die Staatsanwaltschaft Halle teilte unterdessen auf
Anfrage mit, es werde kein Ermittlungsverfahren geben. Verunglimpfung
würde ein Entehren der Flagge in ihrer Eigenschaft als Symbol
bedeuten. «Wir können im Hissen der Flagge über
einem Gebäude in Halle - selbst wenn es sich um ein Bordell
handelt - keine Entehrung feststellen», sagte Oberstaatsanwalt
Andreas Schieweck.
zurück
|