Dienstag
8. Juni 2004, 14:22 Uhr
Lebenslang - Fleischer wegen Mords an Prostituierter
in Haft
Bielefeld (ddp-nrw).
Ein 35-jähriger Fleischer ist am Dienstag wegen Mordes an einer
Prostituierten vom Landgericht Bielefeld zu einer lebenslangen Haftstrafe
verurteilt worden. Der Mann hatte nach Ansicht des Gerichts die
31-jährige Frau nach dem Geschlechtsverkehr brutal getötet,
um die für den Liebesdienst entrichteten 40 Euro zurück
zu erlangen.
Der aus Lemgo
stammende Mann hatte nach Überzeugung der Richter am 20. Oktober
mit zwei Messern insgesamt 37 Mal auf die drogenabhängige Italienerin
eingestochen. Die Richter stellten eine besondere Brutalität,
allerdings keine besonders schwere Schuld fest. Der 35-Jährige
verfolgte die Urteilsverkündung regungslos. Während des
Prozesses hatte der Angeklagte gestanden, die Frau getötet
zu haben. Zu Prozessbeginn bestritt er allerdings vehement, den
Mord aus Habgier begangen zu haben. Zum Verhängnis wurden dem
Fleischer allerdings seine vorherigen Aussagen. Sowohl bei der Polizei
als auch beim Untersuchungsrichter gab er als Motiv an, das Geld
wieder haben zu wollen.
Die Tat ereignete
sich in dem Kleinwagen des Fleischers, der auf einem Parkplatz in
Bielefeld stand. Die Messer hatte der Mann nach eigenen Angaben
dabei, um sie schleifen zu lassen. Nach der Tat schaffte er die
Leiche vom Beifahrersitz in den Kofferraum. Bei der anschließenden,
ziellosen Flucht durch Bielefeld fuhr er mit hohem Tempo gegen eine
Straßenbahnschiene.
Dabei platzten
zwei Reifen. Schließlich musste er mitten auf der Straße
anhalten. Zwei Fußgänger beobachteten ihn und sahen,
wie Blut vom Kofferraum aus auf die Straße tropfte. Sie alarmierten
daraufhin die Polizei.
Beim
Eintreffen der Beamten war der 34-Jährige gerade dabei, die
Reifen zu wechseln. Polizisten fanden bei der Überprüfung
des weißen Kleinwagens zahlreiche Blutspuren. Beim Öffnen
des Kofferraums wurde die Leiche entdeckt. Ein Messer steckte noch
in ihrem Hals.
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