Dienstag
6. Juli 2004, 13:18 Uhr
Fast fünf Millionen HIV-Infektionen im
Jahr 2003
Paris (AFP)
- Im vergangenen Jahr haben sich weltweit rund 4,8 Millionen Menschen
mit dem Aids-Virus HIV infiziert, mehr als jemals zuvor in einem
Jahr. Rund 2,9 Millionen Menschen starben 2003 an der Immunschwächekrankheit,
wie die UN-Organisation UNAIDS in ihrem vorgelegten Jahresbericht
mitteilte. Betroffen sind neben Afrika vor allem Osteuropa und Asien,
wo sich Aids sehr schnell ausbreitet. Weltweit leben rund 38 Millionen
Menschen mit der Krankheit.
Seit dem erstmaligen
Auftreten von Aids sind rund fünf Millionen Menschen weniger
daran gestorben als befürchtet: Rund 20 Millionen Menschen
erlagen seit 1981 der Krankheit. Zuvor war die Organisation von
rund 25 Millionen Toten ausgegangen.
Die korrigierte
Zahl der bisher an Aids Gestorbenen bedeute nicht, dass die Krankheit
sich abschwäche, betonte UNAIDS. Die niedrigere Zahl der Aids-Toten
seit 1981 basiere lediglich auf genaueren Angaben aus Entwicklungsländern
und auf exakteren Berechnungsmethoden. Auch Risikogruppen wie Homosexuelle,
Prostituierte und Drogenabhängige, die die Krankheit oft aus
Angst vor gesellschaftlicher Ächtung nicht öffentlich
machen, werden genauer erfasst. UNAIDS schlüsselt die Zahl
der Infizierten und an Aids Gestorbenen alle zwei Jahre in einer
detaillierten Land-für-Land-Analyse auf.
Von den weltweit
rund 38 Millionen Infizierten leben allein 25 Millionen im Afrika
südlich der Sahara. Vor allem Frauen sind in diesen Regionen
von der Krankheit betroffen. Bei den Erwachsenen sind rund 57 Prozent
der Infizierten weiblich, bei jüngeren Menschen zwischen 15
und 24 Jahren sogar 75 Prozent. Die Zahl der Aids-Waisen im Afrika
südlich der Sahara ist von 9,6 Millionen im Jahr 2001 auf 12,1
Millionen gestiegen. In der Region ist die Lebenserwartung inzwischen
auf 49 Jahre gesunken. Vor Auftreten von Aids hatte sie noch bei
62 Jahren gelegen.
In Osteuropa
und dem Mittleren Osten, wo 1,3 Millionen Menschen mit dem HI-Virus
infiziert sind, breitet sich die Krankheit äußerst schnell
aus. Rund 80 Prozent der Infizierten sind dort unter 30 Jahre alt,
in Westeuropa und den USA liegen zum Vergleich nur 30 Prozent in
dieser Altersgruppe. Den größten Anteil an den Infizierten
stellen dort die Männer. In Westeuropa sind rund 580.000 Menschen
mit dem HI-Virus infiziert.
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