Montag
29. September 2003, 11:47 Uhr
Wirbel um Massenorgie japanischer Touristen
in China
Peking (AFP)
Eine
dreitägige Massenorgie japanischer Touristen in der südchinesischen
Stadt Zhuhai hat in China einen solchen Wirbel ausgelöst, dass
sich nun sogar die Regierung in Peking einschaltete. Das chinesische
Außenministerium bezeichnete den Vorfall als "äußerst
abscheulich". Seit Tagen ereifern sich Medien und Bürger
im Internet über die Sexorgie in einem Luxushotel von Zhuhai,
an der bis zu 380 Touristen und 500 Prostituierte teilgenommen haben
sollen. Pikant ist vor allem der Zeitpunkt des Marathons vom 16.
bis 18. September: Am 18. September 1931 marschierte Japan in die
Mandschurei ein.
Ausdrücklich
forderte Ministeriumssprecher Kong Quan die japanische Regierung
auf, dafür zu sorgen, dass sich japanische Urlauber künftig
"an die chinesischen Gesetze halten".
Die
Zeitungen berichten in immer neuen, schlüpfrigen Details über
die Vorkommnisse in dem Fünf-Sterne-Hotel. Demnach hatte die
Marketingabteilung des Hotels persönlich den Aufenthalt der
rein männlichen Reisegruppe organisiert und auch die Prostituierten
besorgt. Vergeblich versicherte das Management der Luxusherberge,
das Datum sei reiner Zufall - die Polizeibehörde der Provinz
Ghuangdong verfügte die einstweilige Schließung und ordnete
eine Untersuchung an.
Zwar
sind die Städte in Chinas wirtschaftlich boomendem Süden
bekannt dafür, dass sie vor allem Sextouristen aus dem eigenen
Land, aus Hongkong, Taiwan und Japan anziehen. Doch zeigt der Vorfall
erneut, wie tief verwurzelt die antijapanischen Gefühle in
der chinesischen Bevölkerung immer noch sind, die die Gräuel
der Besatzer während des Zweiten Weltkriegs bis heute nicht
vergessen hat. Bis Montag trafen allein auf der chinesischen Website
Sohu.com mehr als 65.000 mails mit wütenden Reaktionen ein.
Viele bezeichneten den Vorfall als "nationale Schande".
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