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Montag
15. September 2003, 14:31 Uhr
Ex-Polizisten
wegen Zuhälterei und Bestechlichkeit vor Gericht
München
(AP) Wegen Beihilfe zu Menschenhandel und Zuhälterei sowie
Bestechlichkeit in Hunderten von Fällen müssen sich seit
Montag vier ehemalige Polizisten vor dem Münchner Landgericht
verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den inzwischen aus dem
Polizeidienst entlassenen Ex-Beamten vor, jahrelang ein illegales
Bordell im Münchner Umland gedeckt und dessen Betreiber vor
Razzien gewarnt zu haben.
Den Schutz hätten
sich die vier als Stammgäste nicht nur mit zahllosen Liebesdiensten
entlohnen lassen. Zudem hätten die Gesetzeshüter die Betreiber
des Etablissements aktiv beim Anwerben ahnungsloser Tschechinnen
zur Prostitution unterstützt.
Die Polizisten
waren damals Mitglieder der Zivilen Eingreifgruppe der Polizeiinspektion
Ottobrunn. Von 1996 bis 1999 hätten sie das Nachtlokal mit
dem illegalen Séparée täglich besucht, meist
in ihrer Dienstzeit. Die Beamten hatten damals der Anklage zufolge
freien Konsum und mussten für die Dienste der Prostituierten
nur eine Art «Selbstkostenpreis» bezahlen. Anschließend
hätten sich die betrunkenen Polizeibeamten sogar vom Bordellbetreiber
zu ihrem Schichtende im Dienstwagen wieder zur Wache chauffieren
lassen.
Dem 49-jährigen
Hauptangeklagten wirft die Staatsanwaltschaft zudem vor, auf der
Wache Kokain an Kollegen verkauft zu haben. Des weiteren habe er
seiner illegal in dem Club beschäftigten Geliebten eine Scheinehe
bezahlt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem besonders
schwere Bestechlichkeit in 250 Fällen, Strafvereitelung sowie
Beihilfe zu ausbeuterischer Zuhälterei und schweren Menschenhandel
vor.
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